Wirtschaft : Maschinenbau und Kfz-Gewerbe: Schlüsselbranchen in guter Verfassung

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Der deutsche Maschinenbau hat 2000 das beste Jahr seit der Vereinigung erlebt und ist auch für 2001 optimistisch. Allerdings bereitet der Mangel an Ingenieuren der Branche erhebliche Sorgen. Auch das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe, das zuletzt ein "schwieriges Jahr" zu verkraften hatte, erwartet für 2001 eine deutliche Belebung. Dafür spreche der gute Jahresauftakt mit einem Plus von 3,4 Prozent bei den Neuzulassungen. Im vergangenen Jahr war der deutsche Automarkt um rund elf Prozent geschrumpft.

Dem deutschen Maschinenbau fehlen derzeit rund 10 000 Ingenieure. Der massive Personalmangel droht nach Ansicht von Eberhard Reuther, Präsident des Branchenverbandes VDMA, nicht nur die gute Entwicklung der Branche zu bremsen. "Zusammen mit dem Rückgang der Bevölkerung tickt hier eine Zeitbombe, die bald hochgeht, wenn nicht entschlossene Gegenmaßnahmen getroffen werden", sagte Reuther am Dienstag in Berlin. Dazu gehörten die Möglichkeit von Überstunden, die Anhebung des Rentenalters, mehr Arbeitschancen für Frauen, eine bessere Aus- und Weiterbildung und ein offensives Einwanderungsgesetz. Trotz des Fachkräftemangels könnte der Maschinenbau in diesem Jahr nach Ansicht von Reuther wegen der weiter rosigen Geschäftslage wieder 10 000 bis 15 000 neue Arbeitsplätze schaffen. Im vergangenen Jahr stellten die rund 6000 deutschen Maschinenbauer rund 13 000 neue Mitarbeiter ein. Am Jahresende beschäftigte die Branche in Deutschland 893 000 Menschen. "In den meisten Unternehmen brummt es nach wie vor", sagt Reuther, nachdem bereits das vergangene Jahr alle Erwartungen der sonst eher zurückhaltenden Branche übertroffen hatte. Die Nettoumsatzrendite habe im vergangenen Jahr nahe bei vier Prozent gelegen. "Das sind endlich mal Werte, mit denen wir uns vor der ausländischen Konkurrenz nicht verstecken müssen."

Trotz der Konjunkturabkühlung in den USA sind die Aussichten auch für dieses Jahr günstig. Mit einem Auftragsbestand von 5,6 Monaten befänden sich die Maschinenbauer deutlich oberhalb der optimalen Zone. In den USA erwartet Reuther einen leichten Rückgang der Exporte, einen Einbruch werde es nicht geben. Unterdessen teilte das US-Handelsministerium mit, dass die Auftragseingänge der US-Industrie im Januar um 3,8 Prozent gegenüber dem Vormat gefallen sind.

Das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe hat 2000 unter der schwachen Inlandsnachfrage gelitten. "Das Jahr war eines der schwierigsten für die Branche", sagte der Präsident des Zentralverbandes, Rolf Leuchtenberger. Durch die "Talfahrt in der Binnenkonjunktur" sei der Gesamtumsatz um 4,8 Prozent zurückgegangen. Hoffnung mache jedoch der gute Jahresauftakt 2001 mit einem Plus von 3,4 Prozent bei Neuzulassungen. Vor allem die Mehrbelastung der Haushalte durch die Ökosteuer machten den Kfz-Betrieben zu schaffen. Gleichzeitig steige aber die Nachfrage nach Diesel-Pkw. Bei Neuzulassungen rechnet Leuchtenberger 2001 mit einer Steigerung von "fünf bis sechs Prozent auf rund 3,2 Millionen Einheiten".

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