Wirtschaft : Maschinenbauer kritisieren Steuerpläne

FRANKFURT (MAIN) (ro).Auch die deutschen Maschinenbauer stimmen in die scharfe Kritik an der geplanten Steuerreform der neuen Bundesregierung ein.Es sei eigentlich gar keine Reform, sie sei mittelstandsfeindlich, werde gerade vielen Maschinenbauunternehmen Verluste bringen, Konkurse verursachen und Arbeitsplätze kosten.Dabei betont Eberhard Reuther, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), allerdings die Bereitschaft der Maschinenbauer zum Dialog mit der neuen Regierung und die Unterstützung zum Abbau von Subventionen.

Konkret fordert der VDMA, die geplante Streichung des sogenannten Verlustrücktrages zurückzunehmen.Damit können Verluste bis zur Höhe von zehn Mill.DM mit den Gewinnen der beiden vorangegangenen Jahre verrechnet werden.Gerade für Mittelständler, so VDMA-Vizepräsident Diether Klingelnberg, sei diese Regelung von existentieller Bedeutung.Damit könnten sie Krisenzeiten einigermaßen unbeschadet überstehen könnten.In der Krise des deutschen Maschinenbaus Mitte der neunziger Jahre hätten 50 bis 60 Prozent der Unternehmen von dieser Regelung profitiert.Mancher Betrieb konnte in der letzten Rezession nur deshalb vor dem Konkurs bewahrt werden, weil Verluste mit den Gewinnen der Vorjahre saldiert werden konnten, betont VDMA-Präsident Reuther.

Insgesamt klagen die Maschinenbauer darüber, daß die Wirtschaft 1999 und im Jahr 2000 mit 37 Mrd.DM belastet würden und frühestens, "wenn überhaupt", 2001 mit einer Entlastung rechnen könnten."Dies wird Arbeitsplätze kosten", sagte Reuther.Dabei gibt es nach Meinung des VDMA Subventionen, die ohne weiteres gestrichen werden könnten.Der Verband beziffert das Volumen auf mindestens 20 Mrd.DM.VDMA-Vize Klingelnberg denkt dabei zum Beispiel an den Handel mit Verlustvorträgen und damit den Kauf von Firmen, die tief in den roten Zahlen stecken, durch gesunde Unternehmen einzig mit Ziel, mit deren Verlusten die eigenen Gewinne zu drücken.

Die Steuerpläne der Regierung treffen beim VDMA auch deshalb auf harsche Kritik, weil sich die Aussichten für den Maschinenbau eingetrübt haben.In diesem Jahr werde die Produktion zwar wie erwartet noch um sieben Prozent zulegen.Der Auftragseingang allerdings ist deutlich rückläufig.Nicht nur in Asien und in Rußland seien die Bestellungen eingebrochen, sondern auch in Lateinamerika und generell in Rohstofflieferländern.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben