Wirtschaft : "Matrizenlösung" für Airbus

Partner offenbar einig über ein Konzept zur Airbus-Umwandlung

OPIO (dpa).Die Partner des europäischen Airbus-Konsortiums haben sich nach französischen Angaben prinzipiell auf ein Konzept bei der Umwandlung des Flugzeugherstellers GIE Airbus Industrie, Toulouse, geeinigt.Es soll dem bisher fast nur für Vermarktung und Kundenservice zuständigen Konsortium bis 1999 mehr Entscheidungskompetenz geben und es zum Embryo einer europäischen Luftfahrt, Raumfahrt- und Rüstungsgruppe machen.Das gab, wie berichtet, der Chef der Aerospatiale SA, Yves Michot, in Opio bei Nizza bekannt.Airbus solle sich nach dem Vorbild multinationaler Gruppen wie Unilever oder Royal Dutch Shell auf die nationalen Einheiten stützen und sie auch steuern.Die Gewinnanteile der Partner aus dem Airbus-Geschäft müßten der zentralen Airbus-Mutterfirma zufließen, die so über Kostenorganisation und Strukturentscheidungen mehr Verfügungsgewalt habe.Die Börseneinführung bleibe zwar weiter ein Ziel, habe aber keine Priorität.Bisher leidet Airbus als Vermarktungsgesellschaft unter seiner Schwerfälligkeit bei wichtigen Entscheidungen, da jedes Mal alle Partner befragt werden müssen. Die neue Gesellschaft werde die nationalen Werke oder Design-Büros der Partner nicht besitzen, aber ein Mandat für die operationelle Führung erhalten.Mit dieser "Matrizenlösung aus Produkten und Nationalitäten" solle ein Maximum an Synergien erzielt werden, sagte Michot.Die Präsidenten der vier Airbus-Partner ­ Aerospatiale und Daimler-Benz Aerospace AG (Dasa) mit je 37,9 Prozent, die British Aerospace Plc mit 20 und die spanische Casa mit 4,2 Prozent ­ hätten sich bei einem Treffen am 26./27.Mai auf dieses Konzept verständigt. Bei der Absprache handele es sich um eine Art Protokoll und noch nicht um einen rechtlich verbindlichen Vertrag."Nun gilt es, das Konzept entsprechend auszugestalten.Es ist daher verfrüht, nun schon mit Details an die Öffentlichkeit zu gehen", sagte Michot.Es sei bei dem Treffen Stillschweigen vereinbart worden.Durch Indiskretionen sei dieses Stillschweigen aber gebrochen worden, sagte Michot.Er habe daraufhin am Freitag von den Chefs der British Aerospace und Daimler-Benz Aerospace deren Einverständnis für die Bekanntgabe eingeholt.Die neue Gesellschaft solle perspektivisch der erste Teil einer künftigen großen europäischen Gesellschaft werden, die aus der Gesamtheit der Luft-, Raumfahrt- und Militärgeschäfte der Partner bestehen werde.

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