Max Bahr : Möbelhaus statt Hobbymarkt

Von Max Bahr bleibt nach der Pleite nicht mal der Name. Für viele der Beschäftigten ist das nicht unbedingt eine schlechte Nachricht.

Mehr Rabatt wäre geschenkt. Mit Nachlässen von bis zu 90 Prozent räumte die Bamarktkette Max Bahr ihre Lager.
Mehr Rabatt wäre geschenkt. Mit Nachlässen von bis zu 90 Prozent räumte die Bamarktkette Max Bahr ihre Lager.Foto: dpa

Die insolvente Baumarktkette Max Bahr ist weitgehend abgewickelt. Der Ausverkauf der Waren ging am Dienstag zu Ende, teilte Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder in Hamburg mit. Von den einstmals 78 Standorten haben 62 neue Betreiber gefunden. Dabei handelt es sich überwiegend um Konkurrenten aus der Baumarktbranche wie Bauhaus, Hagebau, Globus, Hornbach und Obi.

Einige Standorte gingen aber auch an Möbelhändler wie XXXL Lutz oder Poco Domäne. In den kommenden Wochen und Monaten solle auch an den übrigen 16 Standorten Klarheit hergestellt werden, wie es dort weitergehe.
Die meisten Arbeitsplätze bleiben nach Schröders Angaben erhalten.

Für 62 von den einstmals 78 Max-Bahr-Märkten seien neue Betreiber gefunden worden. Bei Max Bahr arbeiteten vor der Insolvenz 3600 Beschäftigte, davon 2700 fest angestellte. Die Mitarbeiter können nun für einige Monate in eine Transfergesellschaft wechseln, bis die Märkte umgebaut sind. Sie werden am Freitag an die neuen Betreiber übergeben.

Rettung nach Praktiker-Pleite scheiterte zweimal

Max Bahr war als Tochtergesellschaft des Praktiker-Konzerns mit in dessen Insolvenz gerissen worden. Zwei Rettungsversuche scheiterten kurz vor Abschluss an unvereinbaren Vorstellungen zwischen den Insolvenzverwaltern von Max Bahr und der ebenfalls insolventen Vermietungsgesellschaft Moor Park, deren größter Gläubiger die Royal Bank of Scotland ist. Dieser Gesellschaft gehörten 67 der Immobilien.
„Es bestand von Anfang an die Schwierigkeit, dass die Baumarkt-Immobilien nicht Max Bahr gehörten“, sagte Schröder.
„Insofern ist für die Mitarbeiter mit der Transfergesellschaft und den Standortlösungen das unter diesen Umständen bestmögliche Ergebnis erreicht worden.“ Nach Einschätzung von Berthold Brinkmann, dem Insolvenzverwalter von Moor Park, könnten in den Nachfolgebetrieben sogar etwas mehr Arbeitsplätze entstehen als bei zuvor bei Max Bahr.

Praktiker hatte im Juli des vergangenen Jahres seine Zahlungsunfähigkeit angezeigt und war ins Insolvenzverfahren gegangen. Der Konzern steuerte schon seit Jahren wegen einer missglückten Rabatt-Strategie, häufiger Führungswechsel und einer unklaren Standortpolitik in die Krise. Der lange Winter und das kalte Frühjahr versetzten dem angeschlagenen Unternehmen den Todesstoß.

Auch die Praktiker-Standorte werden einzeln oder in kleineren Paketen an neue Betreiber vergeben. Für den Gesamtkonzern liegt noch keine vorläufige Bilanz des Insolvenzverfahrens vor. (dpa)

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