Wirtschaft : McDonald’s hat den Salat

Gesunde Kost kommt bei den Amerikanern gut an – in Deutschland läuft das Geschäft noch schleppend

Nicole Huss

München - Die neue Strategie der weltgrößten Fastfoodkette McDonald’s, stärker auf Salate und gesunde Kost zu setzen, scheint aufzugehen. Dank des starken Geschäfts auf dem Heimatmarkt USA konnte McDonald’s Umsatz und Gewinn im dritten Quartal des Geschäftsjahres kräftig steigern.

Der weltweite Umsatz stieg um neun Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn legte um 14 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar zu. Dies sei das dritte Quartal in Folge mit mehr Kunden, besseren Margen und einem zweistelligen Ergebniszuwachs, sagte McDonald’s- Chef Charlie Bell. Den größten Erfolg verzeichnete der Burger-Konzern in den USA. Auch auf dem asiatisch-pazifischen Markt konnte McDonald’s zulegen. Europa, wo der Umsatz nur marginal um 0,3 Prozent zulegte, bleibt hingegen zurück. Hier lag der operative Gewinn bei rund 400 Millionen Dollar.

Bei den Amerikanern kommt die radikale Neuausrichtung, die der ehemalige, im April verstorbene Unternehmenschef Jim Cantalupo eingeleitet hatte, offensichtlich gut an. Cantalupo hatte sich bei der kriselnden Fastfoodkette in seiner kurzen Amtszeit von 16 Monaten mit dem Programm „plan to win“ um neue Kunden und ein besseres Image bemüht und die Kehrtwende bei dem seit längerer Zeit kriselnden Konzern eingeleitet. Das Programm besteht aus neu zusammengestellten Menüs, gesünderen Produkten, besserem Service und einer Reduzierung der Anzahl an Restaurants. Beim Essensangebot setzte Cantalupo anstatt auf fettige Burger und Pommes Frites auf Salatvariationen, mehr Obst und Ernährungstipps. Neben einer Veränderung des Produktangebots seien auch längere Öffnungszeiten und bargeldloses Bezahlen von den Kunden honoriert worden, sagte McDonald’s-Chef Bell am Dienstag.

In Europa lässt der Erfolg des Strategiewechsels allerdings noch auf sich warten. Trotz einer Reihe neuer Menüangebote und der im September vergangenen Jahres gestarteten Marketing-Offensive mit dem neuen Werbeslogan „Ich liebe es“ verläuft das Geschäft in den meisten europäischen Ländern weiterhin schleppend. Geschäftszahlen für die einzelnen Länder veröffentlicht McDonald’s zwar nur zum Ende seines Geschäftsjahres. McDonald’s Deutschland räumte am Dienstag allerdings ein, dass das Restaurant-Geschäft hierzulande weiterhin schwach ist.

Der Fastfoodkonzern macht dafür die flaue Konjunktur verantwortlich. „Die Leute geben momentan nicht besonders viel Geld aus und gehen seltener außer Haus essen. Diese Sparmentalität bekommen wir deutlich zu spüren“, sagte Ricarda Rücker, Sprecherin von McDonald’s Deutschland.

Sie wies darauf hin, dass das gesamte Gastgewerbe unter einem „Riesen-Umsatzeinbruch“ zu leiden gehabt habe. Mit seiner Produktpalette sieht sich McDonald’s in Deutschland aber auf dem richtigen Weg. Der Konzern setzt hierzulande seit Ende März mit der Kampagne „Salads Plus“ auf ein breites Angebot an Salaten. Zudem bemüht er sich, einfache Gerichte mit Hilfe eines französischen Gourmetkochs aufzupeppen. Mit Informationen zu Bestandteilen und Nährwert seiner Speisen versucht McDonald’s in Deutschland zudem, sein Image hinsichtlich möglicher Fehlernährung aufzubessern. McDonald’s will sich weiter darum bemühen, sein Sortiment gesundheitsbewusster zu machen.

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