Wirtschaft : MCI in der Zwickmühle

Das Angebot von Worldcom gefährdet die Kooperation mit BT

NEW YORK (pf).Der Verwaltungsrat der amerikanischen Telefongesellschaft MCI Communications Corp wird voraussichtlich in den nächsten Tagen zusammentreten, um das 30-Mrd.-Dollar-Angebot der WorldCom Inc.vom vergangenen Mittwoch zu prüfen.Aber schon jetzt zeichnet sich ab, daß sich das ältere Übereinkommen mit der British Telecommunications (BT) so einfach nicht rückgängig machen läßt.Für den MCI-Board stellen sich fundamentale Fragen: Wäre eine Zusammenlegung von MCI und WorldCom strategisch besser? Wie würde sich der Aktienkurs von MCI-WorldCom im Vergleich zur Alternative MCI-BT entwickeln? Welche Folgen würde der Partnerwechsel angesichts der schon im letzten Jahr begonnenen Kooperation mit BT auf MCIs internationale Aktivitäten auswirken? MCIs Board-Mitglieder bevorzugen dem Vernehmen nach die WorldCom-Offerte.Die Briten standen Ende August kurz vor dem Vollzug der Übernahme, die sie mit BT-Aktien und Bargeld im Wert von 21 Mrd.Dollar finanzieren wollen.Dann forderte BT einen Preisnachlaß von 20 Prozent, nachdem MCI mitteilte, der Einstieg in den Nahgesprächsbereich würde 1997 einen Verlust in Höhe von 800 Mill.Dollar bringen.Das machte die Zustimmmung des MCI-Board erforderlich.WorldCom, der viertgrößte Ferngesprächsanbieter, witterte eine Chance und griff zu.Obwohl dies das ursprünglich geplante Geschäft mit British Telecom vereitelte, bekräftigte MCI zunächst den Zusammenschluß mit BT, da sie bereits 20 Prozent des MCI-Aktienkapitals hält, und berief BT-Direktoren zu Board-Mitgliedern.MCI und BT betreiben bereits das Joint Venture Concert Communications.Bevor der MCI-Board mit WorldCom Verhandlungen beginnt, muß die Frage entschieden sein, welches Angebot aus finanzieller und strategischen Sicht besser ist.BT könnte jedoch durch seinen Sperrminorität Knüppel in den Weg werfen, wenn WorldCom nicht die übrigen 80 Prozent durch eine feindliche Offerte erwirbt.Das heißt, WorldCom müßte mit einem Direktangebot an die MCI-Aktionäre den MCI-Board umgehen.

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