Medien : ProSiebenSat 1 geht an Konsortium

ProSiebenSat1 hat einen neuen Besitzer: Das Konsortium der beiden Finanzinvestoren KKR und Permira erhielt den Zuschlag für die Sendergruppe.

München - Die Finanzinvestoren KKR und Permira erhielten den Zuschlag für die Sendergruppe. Zum Kaufpreis wurde zunächst nichts bekannt. Um den Zuschlag für die Sendergruppe ProSiebenSat1, die sich bisher in der Hand von Investoren um den US-Milliardär Haim Saban befand, hatten sich auch die türkische Dogan-Gruppe und ein Konsortium aus dem Finanzinvestor Apax und der Investmentbank Goldman Sachs beworben. Zu ProSiebenSat1 gehören neben Pro Sieben und Sat.1 auch die Sender Kabel 1 und N24.

Wie am Donnerstagvormittag weiter aus Verhandlungskreisen verlautete, mussten unter den Deal nur noch "die letzten Unterschriften gesetzt" werden. Dies sei aber "reine Formsache", hieß es weiter. Das Verkäuferkonsortium um den US-Milliardär Haim Saban wollte noch am Donnerstag offiziell über das Ergebnis des Bieterverfahrens informieren. Zuletzt war in Medien über einen Kaufpreis von bis zu sechs Milliarden Euro spekuliert worden.

Die britische Permira und der US-Fonds KKR gehören zu den weltweit größten Finanzinvestoren, jenen Beteiligungsunternehmen, die in Deutschland auch als "Heuschrecken" beschimpft werden. KKR (Kohlman, Kravis and Roberts) wird geführt von Henry Kravis und George Roberts, die das Unternehmen im Jahr 1976 gründeten. Permira wurde 1985 gegründet und wurde in Deutschland unter anderem mit dem Erwerb der Mehrheit am Pay-TV-Sender Premiere im Jahr 2003 bekannt. Inzwischen hat der Fonds sich wieder von der Beteiligung getrennt.

Verschmelzung mit SBS geplant

KKR und Permira haben zusammen bereits den Medienkonzern SBS übernommen, dem 19 private Fernsehsender, 20 Pay-TV-Programme und zahlreiche Radioprogramme in ganz Europa gehören. Laut Medienberichten wollen KKR und Permira die SBS mit ProSiebenSat1 zu einem europaweiten Fernseh-Riesen verschmelzen.

Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" war offenbar die türkische Dogan-Gruppe bis zuletzt der härteste Konkurrent von KKR und Permira, während das Konsortium um Apax und Goldman bereits früh aus dem Rennen geschlagen worden sei. Zu Beginn des Jahres war der Verkauf von ProSiebenSat1 an den Axel-Springer-Verlag am Veto des Bundeskartellamts gescheitert. Die Sendergruppe wurde daraufhin neu zum Verkauf ausgeschrieben. (tso/AFP)

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