Medienbericht : Spitzelaffäre bei der Deutschen Bank weitet sich aus

Auch über externe Personen soll die Deutsche Bank in "ungewöhnlich gründlicher Form" Daten gesammelt haben. Kontendaten oder andere Informationen über Kunden sollen nicht betroffen sein. Die Finanzaufsicht Bafin ordnete eine Sonderprüfung an.

Es sollen etwa "zwei Handvoll" Personen betroffen sein. Welcher Art die gesammelten Daten sind, ist noch unbekannt. Der Schwerpunkt der Verdachtsfälle beziehe sich auf das Jahr 2006, in dem die Zuständigkeit für die Abteilung im Vorstand vom heutigen Aufsichtsratschef Clemens Börsig auf den seither amtierenden Risikovorstand Hugo Bänziger überging. Ein Sprecher der Bank wollte sich am Mittwochabend auf Anfrage mit Verweis auf die laufenden Untersuchungen nicht zu dem Bericht äußern.



Die Zeitung spekuliert darüber, ob mit der Datenaffäre Aufsichtsratschef Börsig weiter demontiert werden soll. Nachdem Börsig keinen Nachfolger für Ackermann gefunden hatte als sich selbst und gescheitert war, gilt seine Position als wackelig. 2001 wurde Börsig Finanzvorstand, 2002  auch Risikovorstand. Im Mai 2006 wechselte er in den Aufsichtsrat und wurde von Bänziger ersetzt. Ackermann soll Bänziger als seinen Nachfolger favorisieren.

Deutschlands größte Bank hatte am Freitag mitgeteilt, sie habe wegen möglicher Verstöße gegen "interne oder rechtliche Regeln" eine
Anwaltskanzlei mit einer unabhängigen Untersuchung beauftragt. Kontendaten oder andere Informationen über Kunden seien nicht
betroffen. Die Finanzaufsicht Bafin ordnete eine Sonderprüfung an.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte am Dienstag bei der Hauptversammlung gesagt, das Institut gehe nach ersten Erkenntnissen von wenigen Einzelfällen aus: "Es ist nicht zu erwarten, dass die Untersuchungen ein systematisches Fehlverhalten feststellen werden." Die Untersuchung sei breit angelegt und reiche zurück bis in die 90er Jahre. In mehreren Medien wurde als ein Ziel der Bespitzelungen Vorstand Hermann-Josef Lamberti genannt, der als Chief Operating Officer für das Tagesgeschäft verantwortlich ist. (sp/dpa)

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