Wirtschaft : Medienbranche auf Wachstumskurs

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Trotz der aktuellen Krise der heimischen Medienindustrie wird dieser Wirtschaftszweig bis 2006 wieder zu einer Wachstumsbranche werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie der Münchner Hypo-Vereinsbank (HVB) und der Unternehmensberatung Mercer Management Consulting, die Experten beider Häuser in München vorgestellt haben.

Aber nicht alle haben die gleichen Chancen. "Die Spreu trennt sich vom Weizen," sagte Mercer-Vizepräsident Wolfgang Bock. Die Medienkonzerne müssten sich auf eine Machtverschiebung weg vom Anbieter und hin zum Verbraucher einstellen, bekräftigte Studienleiter Alexander Mogg. Die besten Chancen werden dem Bereich Film und Fernsehen eingeräumt. Dieses Segment werde bis 2006 im Schnitt um jährlich knapp sechs Prozent auf ein Marktvolumen von dann 16 Milliarden Euro wachsen. Damit würde dieser Bereich dreimal so stark zulegen wie es Zeitungen, Magazinen, Büchern, Radio und Musik.

Ab 2003/04 werden auch beim Bezahlfernsehen neue Impulse erwartet. Der von Deutschlands einzigem Abo-Sender Premiere eingeschlagene Weg sei richtig und erfolgversprechend, heißt es in der Studie. Das Interesse an Pay-TV sei in Deutschland dreimal größer als die aktuelle Kundenbasis von Premiere, die bei 2,4 Millionen Abonnenten liegt, sagte Mogg. Im werbefinanzierten Fernsehen prognostiziert er dagegen Einbrüche. RTL 2, Kabel 1 oder Vox würden stark unter Druck geraten, während Sat 1, RTL, Pro Sieben und Nischensender wie Neun Live, DSF oder n-TV künftig zu den Gewinnern zählten. Bei den Printmedien sollen die Zuwachsraten pro Jahr nur gut zwei Prozent betragen und bis 2006 ein Marktvolumen von 28 Milliarden Euro ergeben.

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