Wirtschaft : Medienbranche: Weitere Kirch-Firmen vor dem Aus

cbu/jojo/HB

Die Krise des Kirch-Konzerns weitet sich aus. Nach Angaben aus unternehmensnahen Kreisen seien neue Insolvenzanträge "in den nächsten Tagen" wahrscheinlich. Betroffen wären die Holding Taurus GmbH & Co. KG sowie die Kirch-Beteiligungs GmbH & Co. KG. In letzterer sind unter anderem die Kirch-Beteiligungen am Axel-Springer-Verlag, an der Formel1 sowie an der Constantin Film AG gebündelt. Ein Kirch-Sprecher wollte sich dazu gestern nicht äußern. In der vergangenen Woche hatte Kirch-Media, in der das Kerngeschäft gebündelt ist, Insolvenz angemeldet. Weil Kirch-Media bislang vielfach Verlustbringer im Konzern finanzierte, geht diesen Firmen jetzt offenbar das Geld aus.

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In schwerem Fahrwasser ist auch das Bezahlfernsehen. Seit Tagen versucht Premiere-Chef Georg Kofler fieberhaft eine Pleite von Kirchs Pay-TV abzuwenden. Die Verhandlungen mit Banken, Gesellschaftern und neuen Investoren waren aber noch nicht erfolgreich. Interesse an Premiere hat vor allem der Medienunternehmer Rupert Murdoch. Seine News Corp. ist über den britischen Pay-TV-Kanal BSkyB bereits mit 22 Prozent an Premiere beteiligt. In den vergangenen Tagen wurde wiederholt darüber spekuliert, Murdoch würde mit mehreren Hundert Millionen Euro bei Premiere einsteigen, die Führung übernehmen und so die Insolvenz abwenden. Damit wäre auch die Pleite von Kirch-Media und anderer KirchGesellschaften möglicherweise hinfällig, weil so die interne Liquiditätskrise gelöst würde. Dass aber der Insolvenzantrag zurückgezogen wird, gilt in Bankenkreisen als "rein theoretische Variante". Gleichzeitig will die Kirch-Gruppe jetzt offenbar Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer auf Schadensersatz verklagen. Der Banker hatte im Februar in einem Interview dem Konzern die Kreditwürdigkeit abgesprochen.

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