Wirtschaft : Medienmarkt: Kirch hält an der Börse fest

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Rupert Murdoch und Liberty-Chef John Malone haben in Deutschland ein gemeinsames Ziel: Sie wollen sich ein großes Stück vom lukrativsten Medienmarkt der Welt sichern. Murdoch nimmt mit seinem Bezahlsender BSkyB zum zweiten Mal Anlauf auf dem Fernseh-Markt und strebt nach der Macht bei Leo Kirchs Bezahlsender Premiere. Ende 1999 hatte er sich aus dem werbefinanzierten TV-Markt verabschiedet, nachdem seine Investitionen bei den Sendern Vox und TM3 gescheitert waren. Malone drängt ins Kabelnetz der Telekom, in das er die Inhalte seiner Medienfirmen einspeisen will. Öffentlich gehen beide als unabhängige Wettbewerber vor. Streng genommen ist es aber ein gemeinsamer Vorstoß.

Denn Murdoch und Malone sind enge Geschäftspartner. Seit 1988 ist Malone Großaktionär bei Murdochs Medienkonzern News Corp.. Mit inzwischen 18 Prozent der Anteile ist er nach Murdochs Familie sogar der größte Einzelaktionär. Zwar hat er formal keine Stimmrechte, ohne ihn geht dennoch wenig in Murdochs Imperium. Deshalb lässt sich Murdochs Interesse an Kirch nicht von Malones Absichten trennen. Pläne zum Einstieg bei Premiere, die der Konzern Ende 2001 gegen den Willen Kirchs beim Kartellamt anmeldete, hat Liberty Media zwar offiziell zurückgezogen. Durch die Hintertür bei Murdoch, der 2,48 Prozent an Kirch-Media und gut 22 Prozent an Premiere hält, könnte Malone der Einstieg bei der Kirch-Gruppe aber womöglich doch noch gelingen. Es würde zur bisherigen Expansionsstrategie passen. Liberty gilt als einer der einflussreichsten Medienkonzerne der Welt. Die Gruppe hält Beteiligungen an Fernsehsendern und Produktionsfirmen und ist Hauptaktionär bei AOL Time Warner. Seit Anfang der 90er Jahr kaufte "Kabelbaron" Malone Fernsehkabelnetze in zahlreichen Ländern. Erfahrungen, die er auf dem deutschen Markt einsetzen könnte.

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