Wirtschaft : Medikamente

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Über den Hebel des NotSpargesetzes will die Koalition 1,4 Milliarden Euro bei der Pharmabranche kappen. Danach sollen Pharmafirmen, Arznei-Großhändler und Apotheker den Krankenkassen höhere Rabatte gewähren. Das tatsächliche Einsparpotenzial ist nach Meinung von Experten aber noch viel größer. Sie gehen davon aus, dass bis zu 4,2 Milliarden Euro – und damit fast 20 Prozent der Arzneimittelausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung – gespart werden könnten. Ärzte müssten dann aber öfter die preiswerteren Nachahmer-Präparate verordnen und auf teure so genannte Analogpräparate verzichten, deren Nutzen im Vergleich zu bewährten Arzneien umstritten ist.

Die Gesundheitsministerin hat bereits in der vergangenen Legislaturperiode angekündigt, dass sie die Preise einzelner Präparate stärker überprüfen lassen will. Schon lange in der Diskussion ist auch eine Positivliste. Sie soll Arzneien auflisten, die nachweislich therapeutisch zweckmäßig sind. Nur der Preis für die gelisteten Medikamente soll von den Kassen erstattet werden, alle anderen müsste der Patient selbst bezahlen. Doch die Pharmalobby hat die Einführung bislang blockiert. Auch die Zulassung des Arznei-Versandhandels könnte die Kosten drücken. Doch bislang konnten die Apotheken dieses Vorhaben stets verhindern. pet

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