Medikamentenhandel : Apothekenketten bleiben verboten

Schwere Niederlage für den Pharmahändler Celesio: Der Europäische Gerichtshof bestätigte die deutsche Regelung, wonach zugelassene Apotheker maximal drei Filialen führen dürfen. Das Urteil durchkreuzt den Plan des DocMorris-Eigners, hierzulande eine eigene Apothekenkette aufzubauen.

LuxemburgIm März 2007 hatte sich das Verwaltungsgericht Saarbrücken an die obersten EU-Richter gewandt. Grund dafür war eine Entscheidung der saarländischen Regierung, die DocMorris im Jahr 2006 den Betrieb einer Zweigstelle in Saarbrücken erlaubte. Die Apothekerkammer des Bundeslandes und der Deutsche Apothekerverband hatten dagegen geklagt.

Der Europäische Gerichtshof gab den Klagen nun statt. Die deutschen Regeln schränkten zwar die Niederlassungsfreiheit in der EU ein, hieß es in der Urteilsbegründung. Diese Beschränkung lasse sich jedoch mit dem Ziel rechtfertigen, eine sichere und qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Für den Eigner von DocMorris, den Stuttgarter Pharmahändler Celesio, ist diese Entscheidung ein herber Rückschlag. Das Unternehmen hatte die niederländische Versandapotheke 2007 in der Hoffnung gekauft, nach einer Marktliberalisierung ein Filialnetz aufbauen zu können. (rf/dpa/Reuters)

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