Medikamentenskandal : Contergan-Produzent erwägt neue Entschädigung

Am 1. Oktober vor 50 Jahren wurde das Medikament Contergan auf den Markt gebracht, das embryonale Missbildungen hervorrief. Die Produzenten-Familie Grünenthal prüft jetzt offenbar, wie sie den Opfern weiter helfen kann.

LondonContergan sei "etwas, was meiner Familie sehr leid tut", sagte der Geschäftsführende Gesellschafter von Grünenthal, Sebastian Wirtz, der "Financial Times" . "Ich denke darüber nach, wie, gegenüber wem, wann, mit welchen Konsequenzen und auf welche Weise eine Entschuldigung möglich ist", fügte Wirtz hinzu. Contergan werde "immer ein wichtiger Teil unserer Geschichte bleiben." Am 1. Oktober jährt sich zum 50. Mal die Markteinführung des Medikaments, das 1961 vom Markt genommen wurde, weil es bei Schwangeren das Risiko embryonaler Missbildungen gesteigert hatte.

Wirtz habe angedeutet, dass er über eine angemessene Geste an jene nachdenke, die mit von Contergan hervorgerufenen Beeinträchtigungen leben. Grünenthal hatte einhundert Millionen Mark für einen Entschädigungsfonds bereitgestellt, mit dem den Contergan-Opfern geholfen wurde. Ein Strafverfahren gegen mehrere Mitarbeiter des Unternehmens war daraufhin 1970 eingestellt worden. Contergan wurde in rund 50 Länder geliefert und auch unter dem Namen Thalidomide vertrieben. Zu den Schäden, die bei Contergan-Opfern festgestellt wurden, gehören Deformationen von Armen und Beinen, Gehör- und Sichtfehler sowie Schädigungen von inneren Organen. (mit AFP)

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