Wirtschaft : Medion im Visier der Justiz

Verfahren gegen PC-Hersteller eröffnet

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Berlin Eine Woche nach dem dramatischen Kurseinbruch bei dem Essener Elektronik-Anbieter Medion AG hat die Bankenaufsicht ein Verfahren wegen des Verdachts des Insiderhandels eingeleitet. Eine Vorprüfung habe entsprechende Anhaltspunkte ergeben, sagte eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) am Freitag in Bonn. Die Aktie des Aldi-Lieferanten war am Donnerstag vergangener Woche zeitweise um gut 36 Prozent auf weniger als 19 Euro abgestürzt. Am Freitag sank der Kurs weiter um 1,85 Prozent auf 17,01 Euro.

Eine Sprecherin von Medion kündigte an, dass das Unternehmen mit der Bafin zusammenarbeiten werde. „Insider-Geschäfte liegen auch nicht im Interesse der Medion AG“, sagte die Sprecherin. Allerdings lägen dem Unternehmen keine Hinweise vor, dass Informationen vor der Gewinnwarnung nach außen gedrungen seien oder dass Mitarbeiter an verbotenem Handel beteiligt gewesen wären.

Medion hatte die ursprünglich für den 11. August vorgesehene Veröffentlichung der Halbjahreszahlen vorgezogen. Nach Rückschlägen im ersten Halbjahr seien die ursprünglichen Ziele für 2004 „zu ehrgeizig“ und könnten nicht mehr eingehalten werden, hieß es. Der Gewinn von Medion war um 13,5 Prozent auf 33,9 Millionen Euro gefallen. Dagegen legte der Umsatz um fünf Prozent auf 1,26 Milliarden Euro zu. Medion stellt auch den aktuellen „Aldi-PC“ her, der in Filialen von Aldi-Süd angeboten wird. Allerdings kritisierte das Computermagazin „Chip“, der Rechner sei „kein Schnäppchen mehr“.

Mit einem Marktanteil von rund 9,5 Prozent am PC-Absatz in Deutschland liegt Medion an insgesamt dritter Stelle hinter dem Marktführer Fujitsu-Siemens (17,9 Prozent) und Hewlett-Packard (10,2 Prozent). dpa/ddp

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