Wirtschaft : Mehdorn: Bahn ist 2007 börsenreif Bund soll in diesem Jahr über Verkauf entscheiden

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Berlin/Hamburg - Die Bundesregierung kann nach Einschätzung von Bahnchef Hartmut Mehdorn noch in diesem Jahr über den Börsengang des Unternehmens entscheiden. 2006 werde die Bahn dem Gesellschafter sagen: „We are ready, jetzt kannst du beschließen, ob du einen Börsengang machst oder nicht“, sagte Mehdorn bei einer Veranstaltung der „Welt am Sonntag“. Ein Börsengang sei dann im Jahr 2007 möglich. In welcher Form das geschieht, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden – noch im Januar soll ein Gutachten des Bundestages veröffentlicht werden, das sich mit der Frage beschäftigt, ob die Bahn mitsamt des Schienennetzes oder ohne privatisiert werden soll.

Gegenüber Forderungen, das Netz vom Konzern zu trennen, zeigte sich Mehdorn gelassen. „Auch wenn der Bund derzeit die Möglichkeit eines Börsengangs ohne Netz untersuchen lässt, bin ich da sehr entspannt.“ Der Bund werde kaum ein solches „Winning-Team“ wie den Konzern in seiner jetzigen Struktur ändern. Bislang hatten vor allem Politiker von Union, FDP und Grünen für eine Trennung plädiert.

Derweil läuft in Hamburg die Suche nach einem neuen Investor für die stadteigenen Unternehmen Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA) sowie Hochbahn. „Wir haben aber keinen Zeitdruck“, hieß es bei der Finanzbehörde. Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hatte der Bahn nach der Entscheidung gegen eine Verlagerung ihrer Zentrale von Berlin an die Elbe eine Absage erteilt – Hamburg hatte die Verhandlungen über einen Einstieg der Bahn bei HHLA und Hochbahn abgebrochen. Man sehe aber gute Chancen für neue Partnerschaften, es gebe Gespräche mit vielen Investoren. Der Senat war stets von einer Paketlösung ausgegangen – Mehrheitsbeteiligung der Bahn an HHLA und Hochbahn, im Gegenzug Umzug des Konzerns nach Hamburg. dpa

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