Wirtschaft : Mehr als 500 000 Betriebe könnten zusätzlich ausbilden

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Berlin - Mehr als 500 000 Betriebe in Deutschland beteiligen sich nicht an der Berufsausbildung junger Menschen, obwohl sie dafür die nötigen fachlichen und rechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Das geht aus einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit hervor. Der IAB-Bericht beziffert das Potenzial an Betrieben, das noch für die Berufsausbildung aktiviert werden könnte, im Westen auf knapp 450 000, im Osten auf knapp 90 000.

Als ausbildungsfähig gelten Unternehmen, die über persönlich und fachlich geeignetes Personal wie Meister und Techniker sowie über eine entsprechende Ausbildungsstätte verfügen. Von den 1,7 Millionen Betrieben im Westen erfüllen etwa 55 Prozent diese Voraussetzungen. Von den 390 000 Unternehmen im Osten sind dies nur 44 Prozent. Hinzu kommen jeweils drei Prozent Betriebe, die im Verbund mit anderen Unternehmen ausbilden. Bundesweit stellen nur 53 Prozent der ausbildungsfähigen Betriebe Lehrlinge ein.

Deutlich häufiger als im Westen führen Betriebe im Osten als Grund für die Nichteinstellung von Lehrlingen an, dass sie die jungen Menschen nach ihrer Ausbildung nicht übernehmen könnten. Im Osten sind dies 53 Prozent der Betriebe, im Westen 34 Prozent. Als weiteren wichtigen Grund für die Nichteinstellung wird angeführt, dass eigene Ausbildung zu aufwendig oder zu teuer sei. Im Osten sind dies 45 Prozent, im Westen 41 Prozent.

Zehn Prozent der Unternehmen im Westen geben an, keine geeigneten Bewerber zu finden. Im Osten sind dies sieben Prozent. dpa

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