Wirtschaft : Mehr als Ausstopfen

Tierpräparatoren müssen künstlerisch begabt sein.

Puzzle. Präparator Werner Beckmann begutachtet das Schulterblatt eines Pottwals. dpa
Puzzle. Präparator Werner Beckmann begutachtet das Schulterblatt eines Pottwals. dpaFoto: dapd

Ein Fuchs steht, leicht verstaubt, im Biologie-Klassenraum und starrt die wechselnden Generationen von Schülern an. Im gut-bürgerlichen Restaurant beobachtet ein Fasan die Gäste. Und im Naturkundemuseum stolzieren Gnus und Löwen durch die nachgebildete Serengeti. Sie alle sind natürlich tot. Doch ihren Präparatoren ist es gelungen, sie lebensecht für die Nachwelt festzuhalten.

Dabei ist es falsch, dass Präparatoren Tiere ausstopfen. „Präparatoren stellen eine Dermoplastik her“, erklärt Frank-Michael Weigner, Vorstand des Verbands Deutscher Präparatoren in Berlin. Sie ziehen dem toten Tier das Fell beziehungsweise die Haut ab. Diese wird dann gegerbt und so haltbar gemacht. Das Tier wird vermessen, der Körper aus Kunststoff oder Holz naturgetreu nachgeformt, mit Draht die Körperteile verbunden und Glasaugen eingesetzt. Dann wird die gegerbte Haut über die Plastik gezogen, mit Nadeln festgesteckt und an fahlen Fellstellen mit Acrylfarben koloriert.

Präparatoren müssen daher eine künstlerische Ader haben, modellieren und zeichnen können. Und sie müssen sich anfangs an ihre Arbeit gewöhnen. „Man wird den Ekelfaktor nie ganz verlieren. Aber man wächst da rein“, sagt Weigner.

Wer Tierpräparator werden möchte, kann sich an der höheren Berufsschule für Präparationstechnik des Walter-Gropius-Berufskollegs in Bochum in drei Jahren zum Präparationstechnischen Assistenten ausbilden lassen. Sie ist die einzige Schule ihrer Art in Europa. Die Berufsbezeichnung ist aber nicht geschützt.

Nach ihrer Ausbildung arbeiten Präparatoren meist in öffentlichen Museen und werden dort nach Tarif bezahlt. Laut der Arbeitsagentur erhalten Beschäftigte bei den Ländern ein Monatsbruttoentgelt von 2189 bis 2423 Euro. Außerdem kommen sie in niedergelassenen Betrieben unter und fertigen dann etwa Trophäen für Jäger an. Dort ist das Gehalt Verhandlungssache, sagt Ledebur-Kintrup. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben