Wirtschaft : Mehr als eine Milliarde für Schönefeld

Europäische Investitionsbank engagiert sich beim Großflughafen / EU-Projekt für mehr Arbeitsplätze in Arbeit BERLIN (alf).Die Europäische Investitionsbank (EIB) will sich stärker in Berlin engagieren.Sir Brian Unwin, Präsident der Bank, sowie sein Vize Wolfgang Roth kündigten am Freitag in Berlin "weitere vier bis fünf Milliarden DM für Berlin in den nächsten fünf Jahren an".Seit der Einheit seien bereits zwei Milliarden DM an EIB-Krediten in die deutsche Hauptstadt geflossen.In Brandenburg habe die Bank seit der Vereinigung rund 2,5 Mrd.DM zur Verfügung gestellt; in den kommenden Jahren werden eine weitere Milliarde hinzukommen.In Deutschland insgesamt reichte das Förderinstitut 1996 rund sechs Mrd.DM Kredite aus, davon etwa 60 Prozent in den neuen Ländern. Sir Unwin und Roth trafen sich anläßlich eines offiziellen Deutschlandbesuchs in Berlin mit Senatsvertretern, Bankern und Wirtschaftsleuten.Dabei wurde mit der Landesbank Berlin unter anderem über eine Beteiligung der EIB am Ausbau des Flughafens Schönefeld gesprochen; Roth zufolge wird das EU-Institut (siehe nebenstehendes Stichwort) der Landesbank mindestens eine Mrd.DM für Schönefeld zur Verfügung stellen.Weitere Projekt in Berlin seien der Ausbau des Messegeländes und der Verkehrswege.Für den Verkehrsausbau werde es wahrscheinlich "einen Globalkredit für die Stadt" geben, kündigte Roth.Sir Unwin zufolge haben die EIB-Chefs mit Finanzsenatorin Fugmann-Heesing ferner die Bildung eines "workshops" verabredet, um mehr Risikokapital für kleine und mittlere High-Tech-Unternehmen bereitzustellen.Am Freitag abend lud die Investitionsbank zu einem Empfang in den französischen Dom, im Rahmen dessen der brandenburgischen Finanzministerin Simon eine EIB-Spende von 500 000 DM zur Beseitigung von Hochwasserschäden überreicht wurde.Den vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Polen und Tschechien will die EIB mit Krediten in Höhe von jeweils 600 Mill.DM helfen. Die Bereitstellung von Risikokapital gehört Sir Unwin zufolge zu den Maßnahmen, mit denen die Förderbank die Vorgaben des Amsterdamer EU-Gipfels umsetzen will: nämlich mit ihrer Kreditpolitik größere Beschäftigungseffekte erzielen."Wir arbeiten jetzt an einem Umsetzungsplang", so der Bankpräsident.Im November sei die EIB in der Lage, "eine Vielzahl" konkreter Projekte zu nennen, die von ihr finanziert werden.Im wesentlichen betreffe das transeuropäische Netze sowie Maßnahmen im Bildungs- sowie im Gesundheitsbereich.Bei dem in der kommenden Woche in Luxemburg stattfindenden EU-Finanzministerrat werde das Thema erörtert. Sir Unwin zufolge hat das EIB vor allem zwei Strategien zu verfolgen.Zum einen die mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittskandidaten fördern, um deren ökonomische Integration zu erleichtern.Und zum anderen die Vorbereitung auf die Währungsunion (EWU)."Wir gehen gehen von einem pünktlichen Start am 1.Januar 1999 aus", so Unwin.Die EIB lege immer mehr Anleihen auf, die dann in Euro zurückgezahlt würden.Das trage zur Etablierung des Euro bei und werden von den Kapitalmärkten akzeptiert."Die deutsche Diskussion über den Euro nimmt hysterische Dimensionen an", hat Roth beobachtet.Das Verhalten der Märkte sei "viel rationaler als die Diskussion in der Bundesrepublik".Die Euro-Debatte hierzulande sei "wahltaktisch motiviert".

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar