Wirtschaft : Mehr als Niedriglohn für Arbeitslose Institut: Oft fehlen Anreize für reguläre Jobs

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Nürnberg Manche Langzeitarbeitslose verfügen mit dem Arbeitslosengeld II nach Berechnungen von Arbeitsmarktforschern über ein höheres Einkommen als Beschäftigte in Niedriglohn-Jobs. Seien Arbeitslose auch noch in so genannten Ein-Euro-Jobs beschäftigt, lägen deren Bezüge teils deutlich über dem Niveau von Niedriglohn-Jobs, geht aus Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg hervor. In solchen Fällen bestehe die Gefahr, dass für die Betroffenen Anreize für eine Beschäftigung in einem regulären Job verloren gingen, betonte das zur Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) gehörende Institut.

Nach Berechnungen des IAB könne es ein Verheirateter mit zwei Kindern unter sieben Jahren und einem Ein-Euro-Job mit 30 Stunden die Woche auf monatliche Bezüge zwischen 1769 und 2209 Euro bringen. Dies entspräche auf dem freien Arbeitsmarkt einem Bruttostundenlohn zwischen 6,35 und 10,90 Euro. Für Niedriglohn-Jobs zahlten Firmen hingegen nach Berechnungen des IAB im Durchschnitt nur einen Stundenlohn von 9,40 Euro. Im Großen und Ganzen bewege sich die Höhe des an der Größe der Familien bemessenen Arbeitslosengeldes II aber auf dem Niveau eines Niedriglohns, betonen die Arbeitsmarktforscher.

Insgesamt aber empfiehlt das IAB als Alternative zu Ein-Euro-Jobs eine Anhebung der Hinzuverdienstgrenzen für Langzeitarbeitslose, wie sie auch im Rahmen des Jobgipfels vereinbart worden war. Eine solche Regelung schaffe nicht nur größere Anreize, sich auf dem normalen Arbeitsmarkt eine Stelle zu suchen, sondern verhindere auch eine Stigmatisierung der Ein-Euro-Jobber.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist Presseinformationen zufolge unterdessen gesunken: Verglichen mit dem Vormonat sei die Zahl im Mai um rund 161000 auf 4,807 Millionen gesunken. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf das Umfeld der Bundesagentur für Arbeit und der Bundesregierung berichtet, ging die Arbeitslosenquote von 12,0 auf 11,6 Prozent zurück. Ursache sei vor allem die übliche Frühjahrsbelebung, hieß es in dem Bericht. dpa

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