Wirtschaft : Mehr Arbeitsunfälle in Boomzeiten Auch Winterglätte fordert viele Opfer

Berlin - Der Wirtschaftsaufschwung hat auch seine Schattenseiten: Die Zahl der Arbeitsunfälle ist 2010 deutlich gestiegen – und zwar stärker als die Zahl der Arbeitsstunden, wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) am Dienstag in Berlin mitteilte.

Demnach zählten Berufsgenossenschaften und Unfallkassen im vergangenen Jahr 954 459 Arbeitsunfälle in Deutschland, das sind 7,7 Prozent mehr als 2009. Dabei kamen 519 Menschen ums Leben, 63 mehr als im Vorjahr (plus 13,8 Prozent). Zum Vergleich: Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden erhöhte sich um 3,2 Prozent auf 59,1 Milliarden Stunden.

„Wenn die Wirtschaft brummt, dann lässt das leider nicht nur die Kasse klingeln“, bemerkte der Hauptgeschäftsführer der Unfallversicherung, Joachim Breuer. „Ein höheres Arbeitstempo lässt auch das Unfallrisiko steigen.“ Aber auch Schnee und Eis zu Beginn und Ende des vorigen Jahres hätten zu mehr Unfällen geführt.

Mitarbeiter der Logistikbranche, Postboten und Zeitungsausträger waren nach Angaben der Versicherung besonders stark von Unfällen auf glatten Straßen betroffen. Die Zahl der Wegeunfälle stieg im Vorjahresvergleich um 25,4 Prozent auf 223 973. Tödlich endeten 367, fünf Fälle mehr als 2009.

Die gesetzliche Unfallversicherung bot im vorigen Jahr 75,5 Millionen Menschen Schutz – außer Arbeitnehmern auch Schülern und ehrenamtlich Tätigen. Das waren 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. SITZ DGUV]Für die Heilbehandlung und die Rehabilitation ihrer Versicherten gab die DGUV im vergangenen Jahr den Angaben zufolge 3,7 Milliarden Euro aus, 6,5 Prozent mehr als 2009. Die Summe für Entschädigungen sei um ein Prozent auf 5,6 Milliarden Euro gestiegen, in Prävention investierte die Unfallversicherung 911 Millionen Euro. dpa/AFP

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