Wirtschaft : Mehr Aufträge für den Bau in Berlin

„Konjunktur gewinnt an Tempo“

Bernd Hops

Berlin - Die Bauindustrie in Berlin und Brandenburg schöpft Hoffnung, weil der Auftragseingang in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen ist. Dies könne auf eine Wende in der seit mehr als zehn Jahren krisengeschüttelten Branche hindeuten, sagte Axel Wunschel, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands Berlin Brandenburg, am Donnerstagabend in Berlin. Auch die Entwicklung der Umsätze und der verlangsamte Abbau von Arbeitsplätzen stimme optimistisch. „Deutlich zeigt sich, dass die Konjunktur am Bau nach dem langen harten Winter immer mehr an Tempo gewinnt und so die Einbrüche der ersten drei, vier Monate langsam wettgemacht werden“, sagte Wunschel.

Allerdings kritisierte er die jüngsten Ausschreibungen für Bauleistungen am neuen Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI). Da es keine sonst übliche Anpassung an einen möglichen Stahlpreisanstieg gebe, werde jedes Angebot für die Unternehmen zu einem unkalkulierbaren Risiko. „Das könnte den gesamten Zeitplan für den BBI gefährden“, sagte Wunschel.

Laut Daten der statistischen Landesämter und aus der Branche erhielten die Betriebe im Bauhauptgewerbe in der Hauptstadtregion in den ersten sieben Monaten des Jahres deutlich mehr Aufträge als im Vorjahreszeitraum. Das Plus – für Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten - liegt bei fünf Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Der Umsatz aller baugewerblichen Unternehmen schrumpfte in der Zeit trotz des harten Winters nur moderat um 2,9 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Stärker ging allerdings die Beschäftigung zurück – um 5,4 Prozent auf knapp 50000 in Berlin und Brandenburg. Die Branche hat eine Wende also bitter nötig. Die Arbeitslosenquote im Bauhauptgewerbe lag im Juni in Brandenburg bei rund 36 Prozent und in Berlin bei 55,8 Prozent.

Hoffnung machen der Bauindustrie vor allem die anziehenden Umsätze und Aufträge im Wirtschaftsbau. Die Unternehmen investieren offenbar wieder in der Region. Ein dauerhafter Aufschwung würde dem Bau auch eine weiterhin stärkere Nachfrage sichern.

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