Wirtschaft : Mehr Aufträge für die Industrie

Berliner Wirtschaft optimistisch

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Berlin (brö). Die Auftragslage der deutschen Industrie bessert sich: Im August verzeichneten die Unternehmen saisonbereinigt 0,6 Prozent mehr Bestellungen als im Juli, meldete das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin. Die positiven Impulse kommen dabei aus dem Ausland: Während Aufträge aus dem Inland um ein Prozent zurückgingen, erhöhten sich die Auslandsorders um 2,4 Prozent. Im Juli waren die Aufträge noch unverändert geblieben. Von dem Aufwärtstrend profitierte allein die westdeutsche Industrie. Dort wurden 0,8 Prozent mehr Waren bestellt als im Juli. Die Betriebe im Osten mussten hingegen ein Minus von 2,0 Prozent hinnehmen. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte in Berlin, die Daten seien „ein harter Fakt“, dass sich die Konjunktur belebe.

Die deutschen Manager erwarten auch für die kommenden sechs Monate steigende Auftragszahlen, wie eine Umfrage der Unternehmensberatung Cap Gemini Ernst & Young ergab. 41 Prozent der 1800 befragten Manager erwarten weiter steigende Auftragszahlen, nur 23 Prozent rechnen mit sinkenden Orders. Die Hoffnungen richten sich vor allem auf den Weltmarkt: Vier von zehn Befragten erwarten, dass das deutsche Exportvolumen im kommenden Halbjahr wachsen wird. Eine Wende auf dem Arbeitsmarkt werde dies gleichwohl nicht bedeuten: 71 Prozent der Manager gehen von steigenden Arbeitslosenzahlen aus – nur acht Prozent sagen einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen voraus.

Die Unternehmen der Berliner Wirtschaft teilen die optimistische Einschätzung. Geschäftslage und erwartungen für das kommende Halbjahr hätten sich zwischen Mai und September spürbar verbessert, berichtete die Industrie- und Handelskammer (IHK) unter Berufung auf ihre jüngste Konjunkturumfrage. Der Geschäftsklima-Indikator sei von zuletzt 107 auf 121 Punkte gestiegen – der bisherige Höchstwert liegt laut IHK bei 143 Punkten und stammt von der Jahreswende 2000/2001. „Auch wenn die realen Wachstumsraten der Berliner Wirtschaft für das erste Halbjahr immer noch schlecht sind, scheint die lange konjunkturelle Talfahrt damit vorerst gestoppt zu sein“, erklärte die Kammer. Im ersten Halbjahr dieses Jahres war das Bruttoinlandsprodukt in Berlin um 1,1 Prozent geschrumpft.

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