Wirtschaft : Mehr Betrüger beim Onlinebanking

Jeder dritte Bankkunde macht Online-Banking – in Deutschland gibt es 40 Millionen solcher Konten. Doch die Betrügereien im Netz nehmen zu. Der Branchenverband Bitkom zählte im vergangenen Jahr 2900 Fälle, die zu Anzeigen führten, 50 Prozent mehr als 2008. Die gängigsten Methoden des Online-Banking-Betrugs sind Phishing und Pharming. Beim Phishing erhält der Bankkunde eine E-Mail mit der Bitte, sich über einen Link bei der Bank einzuloggen und Geheimzahl und eine Transaktionsnummer einzugeben. Der Link führt zu einer gefälschten Seite, die die dort eingegebenen Daten speichert. So können die Betrüger das Konto plündern. Beim Pharming wird ein Trojaner auf den PC geschmuggelt – versteckt in Downloads oder E-Mail-Anhängen. Diese Schadprogramme lesen Passwörter und Geheimzahlen bei der Eingabe mit und geben sie weiter. Der Schaden bei Online-Banking-Betrug liegt im Schnitt bei 4800 Euro.

In der Regel erstatten Banken das durch Betrüger geklaute Geld, doch viele Gerichtsentscheidungen gibt es hierzu nicht. Das Landgericht Köln urteilte etwa, dass ein Normalnutzer, der eine Antiviren-Software und eine Firewall nutzt, nicht für den Betrug haften muss (Az 9S195/07). Das bestätigte auch das Landgericht Nürnberg-Fürth (Az. 10O11391/07). Geld müssen die Kunden für die Anti-Viren-Software nicht ausgeben. Der Kauf von teuren Programmen sei Normalnutzern nicht zuzumuten, entschied das Landgericht Köln. Ein Gratis-Virenscanner reicht also. jmi

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