Wirtschaft : Mehr Fernsehen aus Berlin

Union-Film baut ein 2000-Quadratmeter-Studio

Maren Peters

Berlin - Sie laufen auf jedem Kanal und das bleibt auch für Berlin nicht folgenlos: Immer mehr Telenovelas wie „Bianca“ oder ZDF-Shows wie die „Peter-Alexander-Gala“ oder „Unsere Besten – Fußballer“ mit Johannes B. Kerner werden in Berlin gedreht. Die Medienfirmen rechnen damit, dass die Nachfrage nach Serien und Unterhaltungssendungen aus der Region weiter zunimmt. „Berlin kann sich Hoffnung machen, dass es im Fernsehbereich weiteres Wachstum gibt“, sagte Helge Jürgens, Geschäftsführer des Film- und TV-Dienstleisters Berliner Union Film, am Mittwoch in Berlin.

Das Unternehmen stellt sich darauf ein – und kündigte gestern an, bis zum September 2007 ein neues, rund 2000 Quadratmeter großes Studio auf dem Gelände in Tempelhof zu errichten. Ein reines Fernsehstudio dieser Größe gibt es bisher nur in Adlershof, Betreiber ist die NDR-Tochter Studio Hamburg

Zehn Millionen Euro sollen in den Ausbau des Produktionsstandortes in Tempelhof investiert werden – eine Summe, die Union Film und das Immobilienunternehmen Becker & Kries (als Gesellschafter des Unternehmens) überwiegend aus Eigenmitteln bestreiten wollen. „Alleine könnten wir das nicht stemmen“, sagte Jürgens, dessen Unternehmen „zwischen zwölf und 16 Millionen Euro Umsatz“ macht, 100 feste und 50 freie Mitarbeiter beschäftigt. Sechs neue Ausbildungsplätze sollen im nächsten Jahr durch die Standortvergrößerung hinzukommen. Gerade werde geprüft, ob es für das Projekt auch Fördermittel der EU gebe, sagte Becker & Kries-Vorstandsmitglied Christian Kube, „aber wir würden es auch ohne machen“.

Bisher ist Berlin vor allem als Filmstandort bekannt. Rund 500 filmwirtschaftliche Unternehmen gibt es bereits, die Umsätze sind in den vergangenen Jahren fast doppelt so schnell gewachsen wie im Bundesschnitt. Die günstigen Rahmenbedingungen lockten auch internationale Koproduktionen wie „The Bourne Supremacy“ oder „Der Pianist“ in die Stadt. „Berlin bietet durch niedrige Lebenshaltungs- und Arbeitskosten optimale Voraussetzungen“, sagt Kathrin Steinbrenner vom Medienboard Berlin-Brandenburg, das gleichzeitig Filmförderer und Standortentwickler ist. Auch sie sieht noch viel Potenzial für Fernsehproduktionen. Große Chancen lägen auch in der zunehmenden Digitalisierung, die den Bedarf an Inhalten etwa für Handys und fürs Internet wachsen lasse. „Wir freuen uns über jede Investition“, sagt Steinbrenner. „Das bedeutet auch Wachstum und neue Arbeitsplätze.“

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