Wirtschaft : Mehr Geld für Wärmedämmung

Bund stockt Förderung um 500 Millionen Euro auf

Berlin - Wegen der starken Nachfrage nach verbilligten Krediten für die Häusersanierung stockt der Bund sein Programm massiv auf. Weitere 500 Millionen Euro ständen nun für diese Darlehen zur Wärmedämmung von Gebäuden zur Verfügung, erklärte Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Freitag in Berlin. Sie verteilen sich aber in der Finanzplanung – mit durchschnittlich 50 Millionen – auf die nächsten zehn Jahre, stellte ein Sprecher des Bauministeriums klar. Bis Ende Juli waren die diesjährigen Mittel von 900 Millionen Euro wegen großer Nachfrage bereits ausgeschöpft, so dass die Zusagen gestoppt werden mussten. Das Sanierungsprogramm läuft über die KfW-Bankengruppe, die zinsverbilligte Kredite oder Zuschüsse vergibt.

Das Programm sei „ein Riesenerfolg, die Nachfrage nach Fördermitteln sehr viel höher als ursprünglich angenommen“, erklärte Tiefensee. Der Verkehrsminister nannte das Programm auch einen wichtigen Beitrag, um die Energiekosten zu dämpfen. „Allein in diesem Jahr sparen die Haushalte in den sanierten Gebäuden rund eine halbe Milliarde Euro Heizkosten“, sagte der SPD-Politiker. Verringert wird durch den geringeren Energieverbrauch auch der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Von 2005 bis 2007 wurden aus Bundesmitteln etwa 290 000 Wohngebäude umfassend energetisch saniert oder energiesparend neu gebaut. Im vergangenen Jahr hatten die Bundesmittel von etwas unter einer Milliarde Euro die Vergabe von verbilligten Krediten durch die staatliche Kfw-Bankengruppe in Höhe von 4,6 Milliarden Euro ausgelöst. Tiefensee zufolge schafft oder sichert ein Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro rund 25 000 Arbeitsplätze vor allem im Handwerk. Das CO2-Sanierungsprogramm gilt daher auch als Konjunkturstütze. Das Baugewerbe begrüßte die Ankündigung, betonte aber, das Extra reiche nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen. Die FDP bezeichnete das Programm als „Tropfen auf den heißen Stein“.

Der Stromverbrauch in Deutschland ist unterdessen trotz der Energiespar-Diskussionen nach Branchen-Angaben im ersten Halbjahr leicht um 1,5 Prozent gestiegen. Haushalte und Gewerbe verbrauchten 277 Milliarden Kilowattstunden nach 273 in den ersten sechs Monaten 2007, berichtete der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). 0,6 Prozentpunkte gingen allein auf das Konto des Schalttages 29. Februar 2008. Zudem habe die bislang gute Konjunktur die Stromnachfrage belebt: Das Wachstum der Industrieproduktion in den ersten fünf Monaten habe den Strombedarf der Betriebe gesteigert. Andererseits dämpften das wachsende Energiesparbewusstsein und effiziente Technik den Stromverbrauchs-Zuwachs. dpa/AFP

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