Wirtschaft : Mehr Handel mit den arabischen Ländern

BERLIN (fbs).Neue Impulse für den Wirtschaftsaustausch zwischen Deutschland und Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas zu geben, war das Ziel des ersten deutsch-arabischen Wirtschaftsforums in Berlin.Auf Einladung der Arabisch-Deutschen Vereinigung für Handel und Industrie (GHORFA), Bonn, trafen sich etwa 300 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verbänden sowie deutsche und arabische Diplomaten am Dienstag in Berlin.Es gelte nicht nur verlorengegangenes Terrain zurückzugewinnen, so der Präsident der GHORFA, Al-Sady.Ebenso trage das Engagement deutscher Unternehmen dazu bei, den Frieden in der arabischen Welt zu sichern.

Ob in Abu Dhabi oder Damaskus, die Berliner Wirtschaft sei in den arabischen Ländern bereits gut im Geschäft - sei es bei der Erschließung neuer Wasservorräte oder dem Aufbau der Verkehrsinfrastruktur, sagte Wirtschaftssenator Elmar Pieroth in seinem Grußwort.Pieroth verwies auf die innovativen Unternehmen in der Umwelt-, Bahnverkehrs- und Medizintechnik am "Wissenschaftsstandort Berlin".

Deutschland spiele mit seinem Know-how eine wichtige Rolle für die arabische Welt, betonte auch der Staatsminister für Finanzen des Libanon, Fuad Siniora.Im Gegenzug dazu böten die Länder im Nahen Osten und in Nordafrika aber auch immense Ressourcen, "die nicht ignoriert werden sollten".Helmut Schäfer, Staatminister im Auswärtigen Amt forderte, die Beziehungen zu den arabischen Staaten müßten auf eine solidere Grundlage gestellt werden.Die GHORFA übe hier eine Vermittlerrolle aus.Allein im vergangenen Jahr flossen deutsche Exporte im Wert von 18,9 Mrd.DM auf die arabischen Märkte, hauptsächlich Maschinen und Elektrotechnik.Im Gegenzug exportierten diese Länder Waren im Wert von 10,8 Mrd.DM nach Deutschland, wobei 4,2 Mrd.DM auf den Export von Rohöl entfielen.Das Potential der Wirtschaftsbeziehungen sei aber noch lange nicht ausgeschöpft, sagte Schäfer.

Auch Peter-Jörg Klein, Vorstandsmitglied der Berliner Bank AG, die in den 70er Jahren als eine der ersten Banken ins arabische Auslandsgeschäft eingestiegen war, betonte das "hohe Geschäftspotential".Nicht weniger bedeutend seien die Länder für den Tourismus, rechnete der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Tourismuswirtschaft, Erich Kaub, vor.Trotz des Attentats von Luxor habe Ägypten 1997 430 000 deutsche Besucher gezählt, Dubai 45 000.Der Verband unterzeichnete am Rande des Forums ein Abkommen mit dem Libanon, dem Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten über den Ausbau der Kontakte.

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