Mehr Menschen ohne Job : Späte Sommerferien lassen Arbeitslosenzahl steigen

Die Sommerflaute lässt die Arbeitslosigkeit steigen. Doch die Ukraine-Krise macht sich bislang nicht auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar.

Im August suchten mehr Menschen einen Job als im Juli.
Im August suchten mehr Menschen einen Job als im Juli.Foto: dpa

Die jährliche Sommerflaute hat die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland auch in diesem August ansteigen lassen: Mit 2,90 Millionen waren rund 30 000 Menschen mehr auf Jobsuche als noch im Juli, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mit. Im Jahresvergleich sank die Zahl jedoch: 2013 waren um diese Zeit 44 000 Menschen mehr ohne Arbeit gewesen. „Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich tendenziell fort“, kommentierte BA-Chef Frank-Jürgen Weise die jüngsten Zahlen. „Auch für die nächste Zeit erwarten wir aus heutiger Sicht keine wesentlichen Änderungen.“ Die Arbeitslosenquote legte von
Juli auf August um 0,1 Punkte auf 6,7 Prozent zu. Der Anstieg fiel allerdings etwas höher aus als üblich. Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosenzahl daher um 2000 auf 2,901 Millionen an. „Grund ist, dass die Sommerferien in vielen Bundesländern später begonnen haben und im August in allen Ländern noch andauerten“, erläuterte die Behörde. In der Sommerpause zögerten viele Unternehmen mit Einstellungen; zudem meldeten sich zahlreiche junge Menschen nach dem Ende ihrer Ausbildung nur vorübergehend arbeitslos.

Anstieg im Westen

Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl nahm im Westen Deutschlands um 3000 zu, im Osten hingegen ging sie um 1000 zurück.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wuchsen zuletzt weiter. So stieg die Zahl der Erwerbstätigen nach den jüngsten Daten vom Juli um 57 000 auf 42,72 Millionen - das ist ein Plus von 341 000 im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Menschen mit einem regulären, sozialversicherungspflichtigen Job legte von Mai auf Juni um 60 000 auf 30,17 Millionen zu. Das sind 549 000 mehr als im Vorjahr. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die BA ihre Berechnungsmethode geändert hat; die aktuellen Werte liegen deshalb auf einem höheren Niveau als früher. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiterhin hoch. Im August waren 515 000 freie Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Besonders gesucht sind Mitarbeiter für Metall-, Maschinen- und Fahrzeugtechnik sowie Verkehr und Logistik. Auch Mechatronik, Energie und Elektro, Verkauf, Gesundheit sowie Hotellerie und Gastronomie sind Branchen, in denen Personal gebraucht wird. Tsp/dpa

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