Wirtschaft : Mehr Mut in den Finanzämtern gefordert

Vereinsbank: Fusionen vereinfachen MÜNCHEN (dpa).Nach Ansicht des Vereinsbank-Chefs sollte es in Deutschland mehr "mutige" Finanzämter geben, die auf der Grundlage des sogenannten Tauschgutachtens des Bundesfinanzhofes Unternehmensfusionen ohne unmittelbare Steuerzahlung ermöglichen.Wie Albrecht Schmidt, Vorstandssprecher der Bayerischen Vereinsbank AG, am Mittwoch in München auf der Münchner Steuerfachtagung sagte, steht die deutsche Wirtschaft durch die Globalisierung vor einem Strukturwandel.Das Steuerrecht und die Steuerreform dürften dabei nicht bremsen. Bei dem Zusammenschluß von Vereinsbank und Bayerischer Hypotheken- und Wechsel-Bank AG zur künftig zweitgrößten Bank Deutschlands wurden durch ein geschicktes Modell mit dem Tausch von Hypo-Bank-Aktien in Allianz-Aktien nach Ansicht von Branchenexperten die Zahlung von fünf Mrd.DM Steuern vermieden.Grundlage bildete das Tauschgutachten des Bundesfinanzhofes von 1958, wonach wert-, art- und funktionsgleiche Anteile steuerneutral getauscht werden können.Das zuständige Finanzamt in München habe die Zustimmung für die Fusion Vereinsbank/Hypo-Bank ohne unmittelbare Aufdeckung und damit Versteuerung der stillen Reserven gegeben, sagte Schmidt.Er verwies darauf, daß der Bundesrechnungshof, das Bundesfinanzministerium und der Bayerische Oberste Rechnungshof das Modell bestätigt hätten."Es handelt sich nicht um ein Steuergeschenk." Der Präsident des Bundesfinanzhofes, Klaus Offerhaus, erklärte vor den rund 800 Steuerexperten und Wirtschaftsprüfern, der Fall werde nicht das oberste Gericht in Steuerfragen beschäftigen."Wo kein Kläger, da kein Richter."

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