Mehr netto : Sonderangebote im Internet

Onlinebanken bieten oft bessere Konditionen für Ihr Geld als die klassischen Geldhäuser. Risiken gibt es für Kunden kaum.

Verena F. Hasel[Heike Jahberg],Johannes Pennekamp
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Das Sparschwein füttern. Oftmals lohnt es sich, sein Geld von einer Onlinebank verwalten zu lassen. -Foto: dpa

Knapp elf Prozent ihres Geldes haben die Deutschen im vergangenen Jahr gespart – das ist die höchste Sparquote seit Mitte der neunziger Jahre. Doch während die einen Geld auf die hohe Kante legen, machen zugleich immer mehr Menschen Schulden und rutschen in die Miesen. Der richtige Umgang mit dem Geld stellt viele Haushalte vor Probleme. Sollte ich gewissenhaft auf eine größere Anschaffung hinsparen – oder einfach einen Kredit aufnehmen? Pauschaltipps für solche Entscheidungen gibt es nicht. In Geldfragen kommt es auf die persönlichen Lebensumstände an. Berufseinsteiger verdienen oft nicht genug, um größere Reserven anzulegen. Sie brauchen ihr Geld für elementare Anschaffungen wie ein Auto oder für die Wohnungseinrichtung. Das kann ein paar Jahre später ganz anders sein. Dann muss man sich um die private Altersvorsorge und Rücklagen für die Ausbildung der Kinder kümmern.

1. RICHTIG PLANEN

In Geldangelegenheiten kommt es darauf an, langfristig zu planen und gut zu überlegen, wann man wie viel Geld benötigt. Solche Planungen sollten mit einem unabhängigen Finanzberater, etwa von einer Verbraucherzentrale, besprochen werden. Das gilt auch für die Frage, welches Risiko man für eine höhere Renditechance eingehen möchte.

2. AUF VERSTECKTE KOSTEN ACHTEN

Auch wenn die Kreditinstitute es gern anders darstellen: Geld geschenkt wird den Kunden nie. Selbst das vermeintlich kostenfreie Girokonto ist nicht wirklich ohne jedes Wenn und Aber kostenlos. Oft gibt es einen Mindestbetrag, der jeden Monat eingehen muss, oder andere Auflagen. Auf die muss man achten, und dafür das Kleingedruckte sehr genau lesen. Entscheidend beim Kontenvergleich ist übrigens immer der Effektivzins, der auch die entstehenden Kosten beinhaltet. Wer das beachtet, kann mit der richtigen Wahl des Girokontos einiges sparen – nach Berechnungen der Stiftung Warentest bis zu 200 Euro im Jahr.

3. FLÜSSIG BLEIBEN

Aber wie viel Geld gehört überhaupt auf ein Girokonto? Peter Lischke, Geldexperte der Berliner Verbraucherzentrale, meint: „Ein Monatsgehalt ist ein guter Richtwert.“ Allerdings sollte man sein Konto am Monatsende nie ganz auf Null zurückfahren, warnt Lischke. Statt Tausende Euro auf dem Girokonto zu lagern, rät der Verbraucherschützer dazu, das Geld besser auf ein Tagesgeldkonto zu überweisen. Auch hier bleibt man liquide, kassiert aber – je nach Institut – zugleich Zinsen zwischen 2,5 und fünf Prozent. „Das Tagesgeldkonto eignet sich gut, wenn ich weiß, dass bald eine größere Anschaffung ansteht oder ich mein Geld für eine Zeit risikolos zwischenparken möchte“, sagt Lischke. Für den Zahlungsverkehr taugt ein solches Konto allerdings nicht.

Bei vielen immer noch beliebt, aber nach Meinung des Geldexperten „völlig anachronistisch“, ist das klassische Sparbuch. Es garantiert zwar einen festen Zins und ist die wohl risikoloseste Möglichkeit, sein Geld anzulegen. Wegen der langen Kündigungsfristen und niedrigen Zinsen sind Sparbücher im Vergleich zu Tagesgeldkonten aber die deutlich schlechtere Alternative.

4. MASS HALTEN BEI KREDITEN

Verlockender als jahrelang zu sparen, ist die Aussicht, sich seine Wünsche sofort zu erfüllen – per Kredit. Auch der Handel lockt mit Finanzierungsangeboten, um den Konsum und damit sein Geschäft anzukurbeln. Möbelhäuser, Elektronikmärkte und Autohersteller werben mit dem Slogan: Heute kaufen, morgen bezahlen. Doch Experte Lischke warnt: „Einen Kredit sollte man nur aufnehmen, wenn man auch wirklich sicher ist, ihn zurückzahlen zu können.“ Wer kein sicheres Einkommen hat, sollte von Krediten die Finger lassen. Auch Berufseinsteigern, die ihr Einkommen nicht langfristig abschätzen können, rät Lischke von größeren Krediten ab: „Auch wenn man nicht als Pessimist durchs Leben gehen sollte: Bevor ich einen Kredit aufnehme, muss ich daran denken, dass ich einmal länger krank sein könnte oder einen Verdienstausfall habe.“

Wer Geld angelegt hat und jetzt etwas braucht, sollte immer erst an sein Erspartes gehen, empfiehlt der Verbraucherschützer. Denn ein Kredit ist fast immer teurer als das, was die Geldanlage abwirft.

5. GEHEN SIE ONLINE

Bei Krediten kann man einiges sparen, wenn man Internetangebote nutzt. So kostet ein Ratenkredit über 10 000 Euro (Laufzeit: vier Jahre) bei der Postbank im Internet 5,55 Prozent effektiv. Wer seinen Kreditantrag dagegen in einer der Filialen abgibt, zahlt für dasselbe Darlehen 8,49 Prozent. Das ist deutlich mehr. Der Filialaufschlag ist eine unnötige Geldausgabe. Denn Gefahren bei der Kreditaufnahme via Internet sieht Lischke nicht.

Aber nicht nur bei Krediten ist das Internet eine gute Alternative. Auch wer ein Giro- oder Tagesgeldkonto sucht, sollte die Direktbanken in die engere Wahl nehmen. Die Onlinebanken können günstigere Preise und höhere Zinsen bieten als Geldhäuser mit Filialen, weil sie kaum Niederlassungen haben und so gut wie keine persönliche Beratung anbieten. Das senkt ihre Kosten.

Aber Achtung: Vor allem bei ausländischen Instituten und kleineren Banken sollte man sich vorher erkundigen, ob sie Mitglied im Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken sind (www.bdb.de). Dieser schützt die Guthaben der Kunden, die auf Giro- und Tagesgeldkonten liegen, bei einer Insolvenz des Geldhauses. Diese Empfehlung gilt übrigens generell – also auch für Filialbanken.

6. KAFFEE UND KREDITE?

Den Ratenkredit gibt es auch bei C & A, das Tagesgeldkonto bei Tchibo. Um neue Kundenschichten zu erschließen, entdecken die Banken immer neue Vertriebspartner. „Genau hinschauen und das Kleingedruckte bei solchen Angeboten lesen“, rät Pamela Bantle von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Tchibo wirbt zum Beispiel gerade mit attraktiven 4,75 Prozent Tagesgeldzinsen, allerdings kann man maximal 30000 Euro anlegen. „Solche Zinsangebote können sich lohnen. Beratungsintensivere Finanzprodukte, zum Beispiel Kredite, sollten dagegen nicht beim Discounter abgeschlossen werden“, sagt Bantle. Zu groß sei die Gefahr, dass Verbraucher ihre Finanzlage überschätzten und den Kredit nicht zurückzahlen könnten.

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