Wirtschaft : Mehr öffentliche Aufträge für Ausbildungsbetriebe

Neue Richtlinie des Berliner Senats / Ausbildungsaktionstage BERLIN (olm).Mit einer noch zu verabschiedenden Richtlinie will der Berliner Senat erreichen, daß Ausbildungsbetriebe der Stadt künftig bei der Vergabe öffentlicher Aufträge bevorzugt werden.Mehr Schulabgänger in den kommenden Jahren und eine Vielzahl noch nicht vermittelter Lehrstellenbewerber treiben die Nachfrage in die Höhe.Jetzt gehe es darum, alle Reserven zu erschließen, sagte Arbeitssenatorin Christine Bergmann am Freitag im Beisein der beiden Berliner Kammerpräsidenten Werner Gegenbauer und Hans-Dieter Blaese.Während Gegenbauer vor dem Hintergrund der zweifelhaften Rechtslage eine Bevorzugung einzelner Firmen ablehnt, wollte Blaese das Eingreifen des Senats nur als Notanker in schwieriger Zeit gelten lassen.Es sei aber immer noch besser, die Verantwortung den Betrieben zu überlassen, als die Ausbildung von teuren und umfangreichen Förderprogrammen abhängig zu machen.Noch sind die Ausbildungspotentiale in Berlin bei weitem nicht ausgeschöpft.IHK-Präsident Gegenbauer rechnete vor, daß von den 127 000 Mitgliedsfirmen der Kammer etwa 15 000 Betriebe ausbilden könnten.Der Trend geht immerhin nach oben: Die Zahl der Ausbildungsunternehmen stieg 1997 um zwölf Prozent auf 4243.Eine Deckung der Nachfrage ist damit aber nicht zu erreichen.Im laufenden Jahr möchte Gegenbauer insgesamt 5000 Ausbildungsbetriebe gewinnen.Ein "Forum Wirtschaft und Ausbildung" am 24.und 25.März in der Kongreßhalle am Alexanderplatz soll helfen, alle am Ausbildungsprozeß Beteiligten zu informieren, Kontakte zu knüpfen und über mögliche Chancen aufzuklären.An 38 Ständen der Innungen, Betriebe und Verbände werden sich 40 Berufe präsentieren.Die Themen des Rahmenprogramms reichen von Rollenspielen und neuen Berufen bis hin zur Karriereplanung und Tips für die Bewerbung.Neben ausbildenden und ausbildungsinteressierten Firmen werden vor allem auch Schüler, Schulabgänger, Eltern und Lehrer an den beiden Tagen erwartet.Einer der thematischen Schwerpunkte ist die Weiterbildung.Zahlreiche Jugendliche gehen nach der Lehre auf eine weiterbildende Schule oder beginnen ein Hochschulstudium.Auch die richtige Berufswahl wird zunehmend komplizierter.Allein 1998 sollen in Berlin elf neue Berufsbilder in Kraft treten.Hierbei steht die Ausrichtung auf neue Technologien im Vordergrund.

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