Wirtschaft : Mehr Pleiten durch höhere Steuer

Handel: Viele kleine Geschäfte gefährdet

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Berlin - Der Einzelhandel rechnet als Folge der Mehrwertsteuererhöhung am 1. Januar mit mehr Pleiten im neuen Jahr. Er erwarte 2007 im Vergleich zu 2006 einen Anstieg um etwa 1000 auf mehr als 5000 Insolvenzen vor allem kleinerer und mittelgroßer Geschäfte, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, Holger Wenzel, am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur. Wenzel erklärte, die Mehrwertsteuererhöhung werde zu je einem Drittel vom Verbraucher, den Lieferanten und den Einzelhändlern getragen. „Wenn Sie ganz geringe Margen haben, und das ist bei vielen Mittelständlern so, dann fällt das schon ganz gewaltig ins Gewicht.“

Die höhere Mehrwertsteuer sei ein „gewaltiger Dämpfer“. Es hätte ein gutes Einzelhandelsjahr werden können, wenn die Steuern nicht so drastisch erhöht worden wären, sagte der Verbandsgeschäftsführer. Die Erhöhungen kosteten die Menschen eine Kaufkraft von etwa 27 Milliarden Euro, das seien pro Haushalt im Durchschnitt 500 Euro. „Und das merken wir deutlich“, sagte Wenzel. Der Deutsche Bauernverband wies darauf hin, dass Lebensmittel von der Steuererhöhung am 1. Januar nicht betroffen sind. Für sie gilt unverändert der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Insgesamt trage die Lebensmittelbranche dazu bei, die Inflationsgefahr zu mindern , so der Bauernverband. Die Lebensmittelpreise seien in den vergangenen Jahren weniger stark gestiegen als die Preise insgesamt. dpa

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