Wirtschaft : Mehr Pünktlichkeit fürs Geld

Länder fordern bessere Leistungen von der Deutschen Bahn

Bernd Hops

Berlin. Mit dem am heutigen Sonntag startenden Winterfahrplan will die Deutsche Bahn den Komfort für die Reisenden verbessern und die Pünktlichkeit der Züge erhöhen. „Einige Linien wurden entzerrt“, sagte Bahn-Sprecherin Claudia Wachowitz dem Tagesspiegel am Sonntag. „Wir hoffen, dass der Fahrplanwechsel die Pünktlichkeit erhöht.“ Außerdem werden nun täglich 13 Intercity-Express-Züge (ICEs) zusätzlich eingesetzt, die allerdings teilweise billigere ICs ersetzen. Freitags und sonntags wird – auch von Berlin aus – das Angebot für Pendler ausgebaut. Daneben erhalten Bahn-Card-Inhaber künftig zusammen mit ihrem Fernverkehrsticket die Berechtigung, den Nahverkehr am Start- und am Zielort zu benutzen.

Für die höhere Nachfrage zu den Weihnachtsfeiertagen gebe es 30 zusätzliche Züge. Entspannung verspricht der Weihnachtstermin, der mitten in der Woche liegt. „Trotz der hohen Nachfrage verteilt sich der Verkehr ganz gut“, sagte Wachowitz. Das hat zur Folge, dass es sogar noch Rabatte für Reisende gibt, die keine Bahn-Card besitzen. Nur auf einigen Zügen seien die Vorbuchertarife Plan & Spar-Preise ausverkauft – vor allem auf den Hauptstrecken wie von Hamburg nach München oder von Berlin nach Köln.

Probleme hat die Bahn derzeit mit den Bundesländern, die das schlechte Angebot der Bahn im Regionalverkehr nicht länger hinnehmen wollen. Vor allem Nordrhein-Westfalen, wo die Züge im Herbst extrem unpünktlich waren, macht Druck. Auf Initiative des NRW-Verkehrsministeriums wird es demnächst ein Treffen der Verkehrsabteilungsleiter aus Hessen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Baden-Württemberg geben. Lothar Wittenberg, Ministeriumssprecher in NRW, sagte: „Wir wollen durch diese Initiative die Rechte der Besteller und Kunden stärken.“ Die Länder bezahlen die Leistungen der Bahn im Regionlaverkehr. Außerdem prüfe NRW weiterhin, ob – bei besonders schlechter Leistung der Bahn – Mittel gesperrt werden können. In NRW werden zurzeit einige Regionalverträge für den Nahverkehr mit der Bahn neu verhandelt. So gut wie unterschriftsreif ist der Vertrag des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR), der für 46 Prozent der Verkehrsleistung in NRW steht.

VRR-Geschäftsführer Martin Husmann sagte, die neuen Verträge seien nach dem Chaos im Herbst genauer formuliert worden und sähen sie nun höhere Vertragsstrafen vor. Der VRR-Chef warf der Bahn vor, in den vergangenen Jahren zu viel gespart zu haben. Bei den Werkstätten und Ersatzzügen gebe es Nachholbedarf. Im neuen Vertrag will er die Bahn zu Investitionen von 400 Millionen Euro verpflichten. „Und das bezahlen nicht wir“, sagte Husmann. Daneben soll alle fünf Jahre ein Drittel der Leistungen ausgeschrieben und so Bahn-Konkurrenten der Einstieg ermöglicht werden.

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