Wirtschaft : Mehr Schutz bei Kreditverkäufen

Bundestag beschließt Gesetzespaket / Finanzinvestoren sollen mehr Informationen offenlegen

Berlin - Finanzinvestoren müssen bei Firmenübernahmen in Deutschland künftig mehr Informationen offenlegen. Der Bundestag beschloss am Freitag neben neuen Transparenzregeln auch einen stärkeren Schutz der Verbraucher beim Verkauf von Immobilienkrediten durch Banken. Zudem sollen Kapitalbeteiligungen an jungen, innovativen Firmen stärker steuerlich gefördert werden. Über die Gesetzespläne muss Ende nächster Woche noch der Bundesrat entscheiden. Die Zustimmung der Länderkammer gilt als sicher. Opposition und Wirtschaft nannten die Maßnahmen unzureichend.

KREDITVERKÄUFE ERSCHWERT

Künftig müssen Banken vorab über einen Weiterverkauf des Darlehens informieren. Sollte eine Bank den Kredit verkaufen und nicht die Bearbeitung behalten, muss sie dies dem Kreditnehmer mitteilen. Eine Grundschuld darf nur noch mit der Zweckbindung weitergereicht werden. Darlehensnehmer sollen spätestens drei Monate vor Änderung oder Auslaufen des Vertrages informiert werden, ob eine Anschlussfinanzierung gewährt oder das Kreditverhältnis nicht verlängert wird.

MEHR TRANSPARENZ

Finanzinvestoren sollen zu mehr Offenheit gedrängt werden. Investoren börsennotierter Firmen müssen ab dem Erwerb einer Beteiligung von zehn Prozent der Stimmrechte Ziele sowie Herkunft ihrer Gelder offenlegen. Falls Firmen befürchten, dass sie mit diesen Pflichten Investoren abschrecken, können sie darauf per Satzungsänderung verzichten. Zudem soll verbotenes abgestimmtes Verhalten von Investoren („acting in concert“) leichter nachgewiesen werden können.

WAGNISKAPITAL

Die Förderung von Wagniskapital an jungen Hightech-Firmen wird an Vorgaben geknüpft. Das Unternehmen darf nicht älter als zehn Jahre sein und nicht mehr als 20 Millionen Euro Eigenkapital aufweisen. Die Beteiligung muss mindestens vier Jahre bestanden haben. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben