Wirtschaft : Mehr Stellen in den USA

Washington - Ein Hoffnungsschimmer am krisengeschüttelten US-Arbeitsmarkt: Im September kamen nach Mitteilung des Arbeitsministeriums vom Freitag 103 000 Stellen hinzu – deutlich mehr als erwartet. Ökonomen hatten mit einem Zuwachs von lediglich 60 000 Stellen gerechnet. Zuwächse gab es im September vor allem im Dienstleistungssegment, im Gesundheitssektor und im Baugewerbe. Die Arbeitslosenquote lag aber weiter bei 9,1 Prozent. Positiv waren auch die Korrekturen der Vormonate: Im August kamen 57 000 Jobs hinzu. Zuvor hatten die Statistiker Nullwachstum gemeldet.

„Wir befinden uns in einer Erholung mit langsamem Wachstum“, sagte Ökonom Patrick O’Keefe der Fachagentur Bloomberg vor Veröffentlichung der Zahlen, „wir fallen nicht zurück, aber wir verringern auch nicht das außergewöhnlich hohe Niveau der Arbeitslosigkeit.“ Bis zum August hat die USA Bloomberg zufolge 1,9 Millionen der 8,75 Millionen in der Finanz- und Wirtschaftskrise verlorenen Stellen wiedergewonnen.

US-Präsident Barack Obama kämpft unterdessen um die Verabschiedung seines 450 Milliarden Dollar (336 Milliarden Euro) schweren Jobpakets. Die Initiative soll nach den Worten des Präsidenten 1,9 Millionen zusätzliche Jobs schaffen. Obama will das Paket unter anderem mit Steuererhöhungen für die Reichen finanzieren. Die Republikaner, die im Repräsentantenhaus die Mehrheit haben, lehnen dies kategorisch ab. Erst am Donnerstag hatte Obama gewarnt, es gebe keinen Zweifel, dass Amerikas Konjunktur derzeit schwächer sei als zum Jahresbeginn. Der Kongress müsse das Programm rasch verabschieden, die Republikaner müssten ihre Blockadepolitik aufgeben, sagte Obama. Es sei keine Zeit für „politische Spiele“. Notenbankchef Ben Bernanke hatte unlängst die Lage am Arbeitsmarkt als „nationale Krise“ bezeichnet.dpa

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