Wirtschaft : Mehr Umsatz mit weniger Leuten Baubranche kommt in Schwung Wohnungsmangel

Wiesbaden - Die Baubranche in Deutschland macht weiter Boden gut. Im Vergleich zum schlechten Start ins Jahr 2010 mit seinem harten Winter legte die Branche im April 2011 zu. Auftragseingang und Umsatz stiegen spürbar, die Beschäftigtenzahl fiel aber leicht. Die Baufirmen insgesamt setzten in den ersten vier Monaten 22 Milliarden Euro um – gut ein Fünftel mehr als vor einem Jahr. Ende April arbeiteten 713 000 Personen in der Branche, das waren 4700 weniger als ein Jahr zuvor.

Auch beim Wohnungsbau gibt es eine leichte Besserung. Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen erwartet in diesem Jahr die Fertigstellung 178 500 neuer Wohnungen nach 165 000 im letzten Jahr; im Krisenjahr 2009 war mit rund 160 000 der niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung erreicht worden. Inzwischen spricht die Wohnungswirtschaft von einer „eindeutigen Trendumkehr in der Markteinschätzung der Unternehmen“, wie Verbandspräsident Axel Gedaschko am Dienstag sagte. Der Verband erwartet 2011 bei seinen Mitgliedern 6,7 Prozent mehr Investitionen als im Vorjahr. Die Verbandsunternehmen vermieten rund sechs Millionen Wohnungen mit 13 Millionen Menschen. Aus Sicht der Branche sind bis 2015 jährlich 200 000 neue Wohnungen nötig, um den Bedarf zu decken.

Viel gebaut werde in den Regionen München, Köln/Bonn, Rhein/Ruhr, Stuttgart, Hamburg, Rhein-Main und Berlin. Gerade in München, Hamburg und im Rhein-Main-Gebiet seien Wohnungen für kleine und mittlere Einkommen schon jetzt Mangelware. Ein ganz anderes Bild biete sich in weiten Teilen Ostdeutschlands. Den größten Leerstand gebe es in Sachsen-Anhalt (12,9 Prozent) vor Sachsen (10,9 Prozent) und Thüringen (8,7 Prozent). Im Westen hat das Saarland mit 7,1 Prozent den höchsten Leerstand. Angesichts sinkender Einwohnerzahlen werde sich dieser Trend fortsetzen. Im Zeitraum zwischen 2008 und 2025 erwarte das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung einen Rückgang um 640 000 Haushalte in Ostdeutschland und 155 000 im Westen. dpa

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