Mehrwertsteuer : Experten rechnen mit Anstieg der Schwarzarbeit

Die Erhöhung der Mehrwertsteuer wird einer Studie zufolge erstmals seit vier Jahren wieder zu einem Anstieg der Schwarzarbeit in Deutschland führen. Besonders betroffen sind Bau und Handwerk.

Tübingen - Im Jahr 2007 werden voraussichtlich 349 Milliarden Euro am Fiskus vorbei erwirtschaftet, wie aus einer Studie des Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) hervorgeht. Das sind 4,5 Milliarden Euro oder ein Prozent mehr als im Vorjahr. Wegen des zu erwartenden deutschen Wirtschaftswachstums 2007 von 1,5 bis zwei Prozent werde das Volumen der Schattenwirtschaft aber rechnerisch nur 14,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen, so wenig wie seit rund zehn Jahren nicht mehr, hieß es weiter in der Studie, die vom IAW in Zusammenarbeit mit dem Linzer Schattenwirtschaftsexperten Friedrich Schneider erstellt wurde.

Wachstum um 3,8 Milliarden

Allein die Mehrwertsteuererhöhung werde die Schattenwirtschaft um rund 3,8 Milliarden Euro wachsen lassen, hieß es in der Studie weiter. Verschiedene andere Änderungen wie zum Beispiel bei den Mini-Jobs sorgten für einen weiteren Anstieg. Gegenläufige Effekte wie etwa die Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung glichen dies allerdings wieder teilweise aus. Am meisten schwarz erwirtschaftet wird der Studie zufolge in diesem Jahr am Bau und im Handwerk mit 132,6 Milliarden Euro. In Hotels und Gaststätten werden demnach voraussichtlich 59,3 Milliarden Euro am Staat vorbei geschleust.

Zuletzt hatte das Volumen der Schattenwirtschaft hierzulande von 370 Milliarden Euro im Jahr 2003 auf 345,5 Milliarden Euro im Jahr 2006 abgenommen. Mit der für 2007 vorausgesagten Relation von Schattenwirtschaft und BIP von 14,7 Prozent liegt Deutschland im Mittelfeld der westlichen Industrienationen. Die besten Werte haben demnach in diesem Jahr die USA (7,2 Prozent), die Schweiz (8,2 Prozent) und Österreich (9,4 Prozent). Am schlechtesten schneiden bei diesem Wert Griechenland (25,1 Prozent) und Italien (22,3 Prozent) ab. (tso/AFP)

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