Mehrwertsteuererhöhung : Helgoland hofft auf Aufschwung

Die Bewohner der Nordseeinsel Helgoland sehen der Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland von 16 auf 19 Prozent optimistisch entgegen. Investoren könnten die Insel als Steuerparadies entdecken.

Helgoland - "Das könnte einen Aufschwung für uns geben", sagte Bürgermeister Frank Botter (SPD) dem "Tagesspiegel am Sonntag". Helgoland ist als ehemalige britische Kolonie von Zöllen und Verbrauchssteuern befreit. Der Mehrwertsteuersatz auf Güter und Dienstleistungen liege auch 2007 bei null Prozent, bestätigte das schleswig-holsteinische Finanzministerium. Die Insel werde außerdem davon profitieren, dass die Freigrenze für den mehrwertsteuerfreien Einkauf für Touristen von 175 auf 430 Euro angehoben wird, hieß es beim schleswig-holsteinischen Finanzministerium.

Bürgermeister Botter hofft sogar, dass nun auch Investoren die Insel als Steuerparadies entdecken. "Unternehmer, die ihre hier erbrachten Dienstleistungen über den Telekom-Mast aufs Festland funken, müssen ihren privaten Kunden keine Mehrwertsteuer berechnen", sagt er. Der Deutsche Steuerberaterverband und das schleswig-holsteinische Finanzministerium bestätigten dem Tagesspiegel am Sonntag diese Sichtweise. Callcenter, TV-Stationen und Internetdienstleister könnten nun ihren Sitz nach Helgoland verlegen, wo im Winter 20 Prozent der Bevölkerung arbeitslos sind. Es habe schon erste Anfragen gegeben. (Tsp)

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