Mein erstes Geld (115) : Von Hasen und Häschen

Frank Asbeck (50) gehörte 1979 zu den Gründungsmitgliedern der Grünen. 1998 gründete er den Modulhersteller Solarworld, an dem er heute 25 Prozent der Anteile hält. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Foto: Mike Wolff TSP

Ich war etwa zwölf, und wir lebten auf einem Bauernhof, als ich versuchte, Geld als Tierhändler zu verdienen: Ich hatte gelesen, dass viele Leute vor Ostern Hasen kaufen, die Tiere aber nach den Feiertagen an der Autobahn aussetzen. Also haben meine Eltern für mich eine Anzeige in die Zeitung gesetzt: „Hasen zu vermieten.“ Dann glühte bei Mama die Telefonleitung, weil alle dachten, wir hätten einen Puff. Da war die Stimmung mies.

Später habe ich dann mit Kumpels etwa zwei Mal im Jahr Zündapp-, BMW-Motorräder und Seitenwagen in Griechenland eingekauft und mit Opel und Anhänger nach Deutschland gefahren: Vor allem TR 500 und S 350 von Steib. Die gab es da für 50 bis 70 Mark auf Schrottplätzen. Wir haben die dann bei uns in die Scheune gestellt und wieder eine Anzeige geschaltet: „Alter Seitenwagen zu verkaufen.“ Die Anrufer haben wir dann nur einzeln einbestellt, immer um 12 Uhr. Dann haben wir gesagt: „Der kostet 500 Mark, aber Sie müssen sich schnell entscheiden. Denn Opa macht gerade Mittagsschlaf, und wenn der mitbekommt, dass wir seinen alten Seitenwagen verkaufen, gibt es Riesenärger.“ Da wurde dann auch nicht mehr lange über den Preis verhandelt. Davon konnten mein Kumpel und ich im Studium leben wie Gott in Frankreich. Es gab Wein, Weib und Gesang.

Aufgezeichnet von Kevin P. Hoffmann

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