Mein ERSTES Geld (116) : Bier gekühlt für den Verein

Michael Geißler

Ich stamme aus einem kleinen Ort in der Nähe von Aschaffenburg in Unterfranken. Unser Fußballclub hieß „Vorwärts Kleinostheim“. Wenn die 1. Herrenmannschaft Heimspiel hatte, wurden wir Kinder zum Getränkeverkauf herangezogen. Zusammen mit einem Kumpel bin ich mit einem Handkarren durchs Stadion gezogen und wir haben Erfrischungen verkauft. Hauptsächlich Flaschenbier natürlich, das mit Eis auch bei der größten Sommerhitze heruntergekühlt wurde. Heute würde man gar nicht mehr zulassen, dass ein Zehnjähriger Alkohol verkauft. Damals war das normal.

Das Geld mussten wir leider beim Wirt des Vereinslokals abliefern, es wanderte in die Klubkasse. Die Trinkgelder aber durften wir behalten. Der Job war gar nicht so ungefährlich. Einmal bekam ich einen Ball mit voller Wucht in den Rücken. Mir wurde schwarz vor Augen, ich schnappte nach Luft und hatte Angst zu ersticken. Wie man sieht, ich hab’s überlebt. Und meine Begeisterung für den Fußball und den Sport allgemein hat darunter nicht gelitten. Dem „FC Vorwärts Kleinostheim“ blieb ich bis zu meinem Wegzug nach Berlin Anfang der 80er als erfolgreicher Jugendtorhüter treu.

Michael Geißler, 48, leitet seit 1997 die Energieagentur, ein

Gemeinschaftunternehmen des Landes, der KfW, Vattenfall und der Gasag. Der Ingenieur und Umwelttechniker ist verheiratet, hat drei Kinder.

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