Mein ERSTES Geld (121) : Streichhölzer und gute Sprüche

Die Kindheit des Vorstands des Teehauses J. Thomas & Co bestand aus genau zwei Dingen: Schule und Sport.

Krishan Katyal

Wenn ich nicht lernen musste, dann habe ich Cricket gespielt. Etwas Größeres gab es für mich nicht. Das erste Mal gearbeitet habe ich erst als Teenager, als ich im College war. Damals habe ich kurze Zeit bei einer Werbeagentur ausgeholfen, bei der ich mir Werbesprüche für Hotels ausdenken musste. Die wurden dann auf die Rückseite von Streichholzschachteln gedruckt. Dabei ist aber kaum mehr als ein Taschengeld rausgesprungen. Das erste wirkliche Geld verdient habe ich, als ich kurz nach dem College als Lehrling bei J. Thomas anfing. Viel war allerdings auch das nicht. Für das, was ich damals im Monat gemacht habe, würde ich heute ungefähr sieben Schachteln Zigaretten bekommen. Gekauft habe ich damals als Erstes ein Geschenk für meine Eltern: eine Teekanne aus Kupfer. Ich kann mich erinnern, dass sie sich sehr gefreut haben, weil es das erste Geschenk war, das sie jemals von mir bekommen haben. Die Kanne besitzen sie heute noch. Den Rest des Geldes, muss ich gestehen, habe ich dann zusammen mit Freunden für Alkohol auf den Kopf gehauen.

Aufgezeichnet von Moritz Honert

Krishan Katyal (53), geboren in Kalkutta, arbeitet seit 1977 für J. Thomas, das größte Teeauktionshaus der Welt. Katyal ist nun Vorstand Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der Folkmusik-Fan spielt gern Songs von Bob Dylan auf seiner Gitarre nach.

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