Mein ERSTES Geld (13) : Lumpen sammeln und Kühe hüten

Hans Wall Aufsichtsrat

Das erste Geld habe ich auf dem Feld verdient, beim Ährenlesen. Heute kennt das ja keiner mehr, weil die Getreidefelder entweder komplett abgeerntet werden oder weil die Ähren einfach liegen bleiben und verrotten. Doch damals, vor knapp 60 Jahren, haben wir als Acht- oder Neunjährige ein paar Groschen damit verdient. War eine anstrengende Arbeit auf den Stoppelfeldern im Schwäbischen; geboren bin ich ja Künzelsau. Die Ähren haben wir in einen Sack gepackt und dann beim Bauern abgegeben. Es war anstrengend, aber es hat auch Spaß gemacht.

Später, als ich elf oder zwölf Jahre alt war, habe ich dann alte Stoffe gesammelt und auch Eisen. Als Lumpensammler war man natürlich auch immer ein bisschen illegal unterwegs, wenn zum Beispiel Eisen auf Baustellen gefunden wurde. Stoffe, Papier und Eisen gaben wir dann ab beim Altmaterialhändler, der dafür zahlte. Für das Geld habe ich mir meistens Süßigkeiten gekauft, Kaugummi oder Schokolade. Das war ein Genuss, wie man ihn sich heute kaum noch vorstellen kann. Herrlich! Meinen ersten Stundenlohn, das waren ein paar Groschen, habe ich dann mit ungefähr 16 bekommen, als ich meinem Bruder beim Kühehüten half. Vom Ährenlesen übers Lumpensammeln zum Kuhhirten – ich hab’ also schon eine ganze Menge gemacht in meinem Leben.

Aufgezeichnet von Alfons Frese

Hans Wall wurde 1942 geboren. Mit seinem Unternehmen für Außenwerbung und Stadtmöblierung wurde er reich und berühmt. Die Firma wird heute von Sohn Daniel geleitet, der Vater führt den Aufsichtsrat.

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