Mein ERSTES Geld (138) : Bleibuchstaben zusammengefegt

Peter Schaar

Als ich 15 oder 16 war, habe ich in den Herbstferien in einer kleinen Druckerei in Berlin gearbeitet. Mein Vater kannte den Besitzer, der ab und zu Hilfskräfte beschäftigte. Es war eine scheußliche Arbeit. Damals gab es noch Bleisatz. Der ist nicht nur gesundheitlich problematisch, sondern auch sehr schwer. Ich musste unter die Satz- und Druckmaschinen kriechen, die Lettern zusammenkehren und in Kästen packen. Die musste ich dann wegschaffen. Das war eine wahnsinnig harte Arbeit. Ich war jeden Abend völlig gerädert. Leider hatten wir vorher nicht über meinen Lohn gesprochen. Nach einer Woche, als die Ferien zu Ende gingen, gab mir der Druckereibesitzer gnädig drei Mark pro Stunde. Auch für damalige Zeiten war das ein mieser Lohn. Ich war tief enttäuscht. Das Geld habe ich – glaube ich – in mein Moped investiert.

Aufgezeichnet von Heike Jahberg

Peter Schaar (56) ist nach langen Jahren in Hamburg wieder nach Berlin zurückgekehrt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sein Amt übt der Volkswirt seit 2003 aus. Die zweite Amtsperiode dauert noch bis 2013.

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