Mein ERSTES Geld (145) : Balanceakt mit der Schubkarre

Norbert Quinkert Chef der Technologiestiftung Berlin
Foto: uwe steinert

Ich habe mit 14 mein erstes Geld in den Ferien auf dem Bau verdient. Ich kann mich noch erinnern, wie ich Mörtel in einer Schubkarre über einen wackligen Balken gefahren habe und die komplette Karre umkippte. Ich musste alles wieder aufladen. Einmal brachte ein Lkw Zement. Die Kollegen standen in einer Reihe, jeder nahm sich einen der zentnerschweren Säcke. Als ich dran war, bin ich glatt umgefallen, für einen 14-Jährigen war der Sack viel zu schwer. Die Kollegen haben sich totgelacht. Der Job war wirklich anstrengend. Wenn ich nach Hause kam, bin ich schon beim Abendessen eingeschlafen. Aber ich habe gut verdient. Pro Stunde gab es 1,20 Mark. Nach 14 Tagen konnte ich mir ein schönes Fahrrad mit Weißwandreifen kaufen. Mein nächster Job war Reifen sortieren bei Dunlop. Das war nicht so schwer und nicht so schmutzig. Dafür gab es sogar 1,65 Mark die Stunde.

Aufgezeichnet von Corinna Visser.

Norbert Quinkert, geboren 1943 in Dortmund, war viele Jahre im Management von Technologiefirmen wie General Electric und Motorola tätig. Seit Januar leitet er die Technologiestiftung Berlin.

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