Mein ERSTES Geld (146) : Gesetze sortieren für die Tante

Juliane Freifrau von Friesen[Unternehmensberaterin],Ex-Senatorin

Als Kind fuhr ich in den Ferien immer mit dem „Interzonenzug“ aus der bayerischen Provinz nach Berlin. Ich wohnte bei meiner Großmutter und besuchte fast jeden Tag meine Tante in ihrer Anwaltspraxis. Dort warteten immer die Nachlieferungen zahlreicher Gesetzessammlungen auf mich. Diese mussten Blatt für Blatt in die sogenannten Loseblattsammlungen einsortiert werden. Ich empfand diese Aufgabe, die bei den Mitarbeiterinnen höchst unbeliebt war, als sehr verantwortungsvoll. Ich musste mich dabei enorm konzentrieren, damit jede Seite an der richtigen Stelle einsortiert wurde. Je nachdem, wie viel ich schaffte, gab es bis zu 20 Mark pro Tag. Das war für mich im Alter von 13 Jahren enorm viel Geld, das ich meist für Anziehsachen gleich wieder ausgab – oder für einen Friseurbesuch am großstädtischen Kurfürstendamm.

Juliane von Friesen

feiert heute ihren 60. Geburtstag. Obwohl parteilos, war sie für die Grünen 2001/02 sieben Monate lang Wirtschaftsenatorin. Sie ist Juristin, wenn auch ohne zweites Staatsexamen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben