Mein ERSTES Geld (149) : Filtertüten am Fließband

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger[Bundesjustizministerin]

Ich habe schon früh angefangen, Geld zu verdienen, zunächst mit Auto waschen und Latein-Nachhilfe. Mein erstes richtiges Geld habe ich dann in den Ferien bei der Firma Melitta verdient, am Fließband, daran kann ich mich heute noch gut erinnern. Man sitzt an einer Maschine, stellt Filtertüten in verschiedenen Größen her und muss bestimmte Mengen produzieren. Das verlangt konzentriertes Arbeiten. Ich habe in Schichten gearbeitet, auch nachts. Das hat mich geprägt. Ich habe in einer Gruppe mit Kolleginnen aus verschiedenen Ländern zusammengearbeitet. Damals war ich 16 oder 17 und habe die gesamten Sommerferien durchgearbeitet. Ich fand seinerzeit, dass ich wahnsinnig viel verdient habe. Am Ende blieb ein vierstelliger Betrag hängen, und am Jahresende bekam ich dann auch noch die Abzüge zurück. Ich habe das Geld sehr zielstrebig gespart, weil ich mir mit 18 sofort mein erstes Auto kaufen wollte. Den Führerschein haben mir meine Eltern bezahlt, aber die Versicherung musste ich übernehmen und ich musste auch eine Eigenbeteiligung für den Wagen beisteuern. Ich wollte das Auto aber unbedingt, weil man in Minden – da komme ich her – einfach einen Wagen brauchte, um beweglich zu sein. Mein erstes Auto war übrigens ein gebrauchter VW-Käfer.

Aufgezeichnet von von Heike Jahberg

Minden hat die Anwaltstochter Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (59) längst verlassen. Die verwitwete FDP-Politikerin lebt – wenn sie nicht in Berlin ist – mit ihrem Hund Franzi am Starnberger See.

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