Mein ERSTES Geld (152) : Rote Lippen und viel Englisch

Gudrun Kopp[Entwicklungshilfe-Staatssekretärin]
Foto: picture alliance / dpa

Im Alter von 13 Jahren entschied ich, dass ich mein Englisch aufbessern wollte. Ich bin in Lippe, Ostwestfalen, aufgewachsen. Wir hatten eine Nachbarin, die Büroangestellte bei den britischen Truppen der Alliierten war, die bei uns in der Region stationiert waren. Sie vermittelte mich als Babysitterin an die Familie eines englischen Offiziers. Zunächst bekam ich fünf Mark. Von diesem ersten selbst verdienten Geld habe ich mir einen knallroten Lippenstift gekauft – worüber meine Mutter sehr entsetzt war. Aber es war mein eigenes Geld und damit meine Entscheidung. Ich war stolz darauf. Die britische Familie hat mich mit der Zeit wie ihre große Tochter als Teil der Familie behandelt. Da mochte ich dann später kein Geld mehr nehmen, zumal ich dort so viel fürs Leben gelernt habe. Und von den Sprachfertigkeiten in Englisch, die ich in dieser Zeit gewann, profitiere ich bis heute im Beruf. Zu meiner englischen Zweitfamilie habe ich noch heute sehr guten Kontakt. Sie war zuletzt im vergangenen Sommer mein Gast in Berlin.

Aufgezeichnet von Kevin P. Hoffmann.

Gudrun Kopp (60)

ist staatlich geprüfte

Dolmetscherin für

Englisch und Spanisch. Sie führt den FDP-Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen. Kopp ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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