Mein ERSTES Geld (153) : Vom Rindenmulch zum VW Golf

Stefan Blaschak

Ich habe nach der Ausbildung mit 19 das Wirtschaftsabitur gemacht, war also schon etwas älter. Es dürstete mich deshalb, etwas als kleiner Unternehmer zu machen. In den Kleingartenkolonien in Rudow, wo ich aufgewachsen bin, wurde im Frühling immer Rindenmulch auf den Beeten verteilt. Das fand ich interessant. Auf meinem Computer, damals noch ein Commodore C64, habe ich kleine Anzeigen getippt und an die schwarzen Bretter der Laubenpieper gehängt: „Verkaufe Rindenmulch“. Dann habe ich heimlich mein Sparkonto mit 1500 Mark geplündert und wie ein Weltmeister Rindenmulch im Baumarkt gekauft und in den Kleingartenkolonien verkauft – blöderweise auch in der Kolonie meiner Eltern. Meine Mutter war entsetzt, als sie erfuhr, dass der Junge sein Sparkonto abgeräumt hatte. Es war erst wieder okay, als ich meinen Einsatz verfünffacht hatte. Den Gewinn habe ich gut verzinst angelegt und mir später davon ein eigenes Auto gekauft: einen weißen VW Golf mit Schiebedach.

Aufgezeichnet von Henrik Mortsiefer

Stefan Blaschak (41) kennt sich mit Lebensmitteln aus. Bei Kamps war er Handelsvorstand, bei Baars und Hochland für Käse zuständig. Seit 2008 ist der gebürtige Berliner und Hertha-Fan bei Berentzen.

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