Mein ERSTES Geld (159) : Zu Fuß zu den Sternen

Sascha Vogt[Bundesvorsitzender der Jusos]
Foto: picture alliance / dpa

Meine Eltern hatten mich gewarnt. Ich war 14 und wollte mir etwas Geld zum Taschengeld dazu verdienen. Da kam das Angebot, Illustrierte auszutragen, gerade recht. Der Vertreter sagte mir, 15 Pfennig bekäme ich pro Zeitschrift und viele Kunden hätten gleich mehrere im Abo. Das Erwachen kam, als ich das erste Mal austragen musste. Nur rund 50 Zeitschriften waren es pro Woche. Aber da ich in einem kleinen Dorf im Sauerland groß geworden bin, hatten die es in sich. Woche für Woche musste ich mehrere Kilometer entlang einer Straße immer wieder bergauf und bergab laufen. Vier bis fünf Stunden hat so eine Tour gedauert. Das wenige Geld habe ich dabei gespart. Ich wollte mir ein Teleskop kaufen, denn die Sterne haben mich fasziniert. Irgendwann nach dem nächsten Ferienjob in einer Firma hatte ich es zusammen. Und natürlich war ich stolz, als das neue Spiegelteleskop dann vor mir stand. Der Blick in den Himmel hat mich eindeutig für die erlittenen Strapazen entschädigt.

Aufgezeichnet von Carla Neuhaus.

Sascha Vogt (30) führt seit 2010 die Jusos, die SPD-Jugendorganisation, an. Zudem ist er in der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler- Stiftung tätig und promoviert zu Fortbildungsmaßnahmen der Arbeitsagenturen.

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