Mein ERSTES Geld (186) : Mit der Gitarre in der VHS

Michael Vassiliadis[Gewerkschaftschef]

Mit zehn oder elf Jahren habe ich angefangen, Gitarre zu spielen. Mit 13 war ich dann so weit, dass ich in der Volkshochschule auftreten konnte: Gitarrenunterricht für Anfänger. Das gab damals, so Ende der 70er Jahre, richtig gutes Geld, acht Mark für eine Dreiviertelstunde. Im Vergleich zu heutigen Mindestlöhnen war das ganz gut. In den Kursen waren ungefähr zwölf Leute, zumeist Jugendliche, mit denen ich gut klarkam. Ich war Klassen- und Schülersprecher und konnte auch deshalb ganz gut organisieren und mir Gehör verschaffen.

Es gab einen kleinen Theorieteil, zum Beispiel, wie man Grifftabellen lernt. Aber vor allem haben wir rumgeschrubbt. Von dem Honorar habe ich mir dann meine erste E-Gitarre gekauft, eine „Ibanez“. Die hat um die 900 Mark gekostet, meine Eltern haben etwas dazugelegt. Heute habe ich fünf E-Gitarren und noch ein Dutzend andere. Die haben vor allem Sammlerwert, denn ich komme selten zum Spielen. Vielleicht zweimal im Monat. Die erste Ibanez habe ich übrigens irgendwann verkauft.

Aufgezeichnet von Alfons Frese.

Michael Vassiliadis (47) ist seit knapp zwei Jahren Chef der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), der drittgrößten deutschen Gewerkschaft. Vassiliadis, in Essen geboren, lernte bei Bayer

Chemielaborant.

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